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Pressemitteilung

Stationäre Versorgung im Kreiskrankenhaus Ochsenhausen wird aufgegeben

09.12.2011

Die Kliniken Landkreis Biberach GmbH gibt die stationäre Versorgung am Standort Ochsenhausen zum 1. Januar 2012 auf. Dies hat die Gesellschafterversammlung in ihrer Sitzung am 9. Dezember beschlossen auf Vorschlag des Kreistages beschlossen.


Ein Grund für die Aufgabe der stationären Versorgung sind rückläufige Patientenzahlen. Hinzu kommt ein Ärzte- und Personalmangel am Standort Ochsenhausen. Dadurch sind Mindestbesetzungen und Bereitschaftsdienste für eine gute medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet. „Eine gute medizinische Versorgung hat für uns oberste Priorität“, so Geschäftsführer Ralf Miller. „Diese gute Qualität konnten wir in den vergangenen Monaten nur mit sehr viel Engagement von einzelnen Mitarbeitern und der Beschäftigung von Honorarärzten erreichen. Dies kann kein Dauerzustand sein.“

„Wir müssen jetzt alles daran setzen, in Ochsenhausen ein ambulantes Gesundheitszentrum weiter zu entwickeln und zu etablieren. Jedoch haben wir als Kreis und die Kliniken GmbH nur bedingt Karten im Spiel. Mein Appell richtet sich deshalb an die Kassenärztliche Vereinigung, an die Krankenkassen und das Land Baden-Württemberg. Nur im Schulterschluss mit Stadt, Kreis und den weiteren Partnern ist ein Modellprojekt als ambulantes Gesundheitszentrum möglich“, sagte Landrat Dr. Heiko Schmid in der Kreistagssitzung.

Personal wechselt

Nach dem 31. Dezember werden insgesamt 45 Mitarbeiter an die Kreisklinik Biberach oder die Kreisklinik Laupheim wechseln. In einem Vorort-Termin wird das neue Arbeitsumfeld gezeigt und die Möglichkeit gegeben, sich mit den neuen Kollegen auszutauschen.

Pflegeheim und Physiotherapie weiterhin offen

Trotz der Schließung des stationären Bereichs, stehen die Türen im Krankenhausweg 28 weiterhin offen. Das Pflegeheim mit zehn Kurzzeit-, Hostel (Pflegehotel) und Tagespflegeplätzen ist weiterhin für Senioren da. Senioren, Patienten und Gesundheitsbewusste können auch weiterhin die Angebote der Physiotherapie nutzen.

Praxis für Frauenheilkunde und Gemeinschaftspraxis bleiben am Standort

Bestehen bleibt auch die Praxis für Frauenheilkunde von Dr. Sabine Thierauf, die Gemeinschaftspraxis Greshake / Mader mit ihrem ergotherapeutischen Angebot sowie die Sozialstation Rottum – Rot – Iller e.V., welche Räumlichkeiten im Gebäude angemietet haben.

Notarzt bleibt

Unverändert rücken ab 1. Januar 2012 Notarzt und Rettungswagen vom bisherigen Standort in Ochsenhausen aus, um professionell und schnell vor Ort Hilfe leisten zu können. „Niemand muss im Notfall Angst haben, dass der Notarzt nicht rechtzeitig vor Ort helfen kann. Die heutigen Notarztwagen sind rollende Intensivstationen. Der Notarzt entscheidet, welche Klinik die bestmögliche Versorgung für die Weiterbehandlung leisten kann“, sagt Dr. Frank Nebbe, Leitender Notarzt an der Biberacher Kreisklinik.

Gesundheitszentrum wird weiterentwickelt

Die bestehenden Angebote sollen in Zukunft zu einem ambulanten Gesundheitszentrum ergänzt und weiterentwickelt werden. „Wir moderieren und begleiten das Projekt Ambulantes Gesundheitszentrum in Ochsenhausen sehr gern und haben mit den bestehenden Angebote bereits einen Grundstein gelegt“, sagt der Geschäftsführer der Kliniken Landkreis Biberach GmbH Ralf Miller, „aber um das ambulante ärztliche Angebot ausbauen zu können, benötigen wir als Partner weitere niedergelassene Ärzte, die Sprechstunden anbieten.“


Hintergrund

Die Kreisklinik Ochsenhausen ist eines von vier Häusern unter dem Dach der Kliniken Landkreis Biberach GmbH. Die Kreisklinik Ochsenhausen besteht seit 1895. Mit 50 Betten der Grundversorgung ist es das kleinste Krankenhaus in Baden-Württemberg.