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Pressearchiv 2006 - Detailansicht

Verteilung von Altpapiertonnen durch Private unzulässig

22.12.2006

Eine „schöne Bescherung“ haben nach derzeitiger Kenntnis Haushalte in den Städten Biberach und Laupheim kürzlich im Briefkasten vorgefunden.


Eine private, nicht aus dem Landkreis stammende Entsorgungsfirma bietet per Flugblatt die Verteilung einer Altpapiertonne an. Dieses zunächst verlockende Angebot ist zum einen rechtlich unzulässig und bringt den Gebührenzahlern auch Nachteile.

Alle Abfälle aus Privathaushalten werden nach den abfallrechtlichen Bestimmungen durch den Landkreis entsorgt und müssen deshalb diesem überlassen werden. Eine Abgabe an einen privaten Entsorger, z. B. über eine Papiertonne, ist nicht gestattet. Einzige Ausnahme von dieser Überlassungspflicht bilden Abfälle, die selber von jedem Einzelnen verwertet werden können, wie z. B. kompostierbare Abfälle im eigenen Komposter im Garten.

Der Landkreis hat zur Erfüllung seiner Aufgaben seit vielen Jahren ein gut funktionierendes, flächendeckendes Erfassungssystem mit Wertstoffhöfen, flankiert durch Vereinssammlungen und frei aufgestellte Depotcontainer eingerichtet. Dieses System erfreut sich großer Beliebtheit und wird außerordentlich gut angenommen.

Durch die jetzt geplante Vorgehensweise eines privaten Entsorgungsunternehmens wären zum einen die bisherigen Erfassungssysteme nicht mehr ausgelastet. Zudem würden dem Abfallwirtschaftsbetrieb erhebliche Verwertungserlöse aus dem Papierverkauf entzogen, die bisher mit verantwortlich für die günstigen Abfallgebühren im Landkreis Biberach sind. Letztlich bestünde also durch privat aufgestellte Papiertonnen eine Gefahr für das eingerichtete Verwertungssystem und die Besorgnis steigender Müllgebühren, was nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sein kann. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat sich deshalb gegen die Verteilung von privaten Altpapiertonnen gewehrt und bittet alle Haushalte darum, die bisherigen Entsorgungswege beizubehalten und die jetzige Privatofferte nicht zu nutzen.