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Pressearchiv 2010 - Detailansicht

Bodenvorsorge durch Bodenschutzkalkung

14.12.2010

In den Wäldern rund um Ochsenhausen veranlasste das Kreisforstamt in den vergangenen drei Monaten eine umfassende Bodenschutzkalkung auf insgesamt 2.300 Hektar Fläche in allen Waldbesitzarten. Dabei konnte auf 650.000 Euro Investitionsvolumen, unterstützt durch EU-Fördermittel, zurückgegriffen werden.


In den vergangenen Jahren wandelte sich die Zusammensetzung der Stoffeinträge in den Wälder deutlich. Durch die technischen Maßnahmen der Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken gingen vor allem die Sulfateinträge um knapp 50 Prozent zurück und damit auch die  Säurebelastung der Wälder in Baden-Württemberg. Die Belastung durch Stickoxide und Ammoniak hingegen sind trotz Einführung von Katalysatoren und Filteranlagen weiterhin auf hohem Niveau.

Ein langfristiges Kalkungsprogramm müsse neben der Kompensation der Säureeinträge auch die Funktionsvielfalt der Waldböden verbessern, betont Albrecht Moser, Leiter des Kreisforstamtes. „Ein wichtiges Ziel der durchgeführten Bodenschutzkalkung war und ist, die Attraktivität des Mineralbodens als Wurzelraum wieder zu erhöhen. Dadurch sollen auch langfristig verfügbare Nährelementvorräte im tieferen Mineralboden wieder verfügbar werden“, so Moser. Waldbäume können somit tiefer wurzeln und mehr Wasser speichern. Damit sind sie im Sommer besser vor Trockenheit geschützt.

Gut für Tiere und Bachwasser

Besonders Regenwürmer leiden unter der Bodenversauerung. Tiefgrabende Regenwürmer fehlen oft vollkommen in den Wäldern. Auf stark versauertem Boden findet man nur noch im Humus lebende Regenwurmarten. Da Regenwürmer durch ihre Grabtätigkeit zu den effektivsten Strukturbildnern im Boden zählen, leidet auch eine Vielzahl von Tierarten, die auf eine durch die Regenwürmer bearbeiteten Boden angewiesen sind. Kalkung erhöht damit die Lebensraum- und Artenvielfalt im Boden.

Auch die Qualität des Bachwassers nimmt deutlich zu, wenn im Einzugsgebiet gekalkt und auf dem Weg des Wassers in den Waldböden wieder ausreichend Puffersubstanz zur Verfügung steht.

Nährstoffrückführung

Seit wenigen Jahren wird versuchsweise  Kalk mit Asche aus der Verbrennung von Holzhackschnitzeln gemischt.  Diese Asche enthält die Nährstoff-Spurenelemente die durch die teilweise komplette Nutzung des Baumes dem Wald entzogen werden. Hintergrund ist die Verwertung der Baumkrone für die Herstellung von Holzhackschnitzeln zur Energieerzeugung. Diese war bisher im Wald verblieben. Durch die Ascherückführung ist der Nährstoffkreislauf wieder gesichert.