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Wann ist eine Auffüllgenehmigung erforderlich?

Auffüllungen außerhalb von Ortschaften bedürfen einer bau-, naturschutz- bzw. wasserrechtlichen Genehmigung, wenn

    • die Auffüllfläche größer als 500 qm ist oder die Schütthöhe über 2 m beträgt,
    • mehrere kleinere Flächen, die insgesamt über 500 qm ergeben, zeitgleich aufgefüllt werden,
    • die Fläche, unabhängig vom Umfang, in einem Landschaftsschutzgebiet, einem Überschwemmungsgebiet, oder in einem Gewässerrandstreifen (i.d.R. 10 m) liegt.

Nicht zulässig sind Auffüllungen i.d.R.

    • in Wasserschutzgebieten,
    • in Überschwemmungsgebieten und an Gewässern, wenn der Abfluss behindert wird,
    • in Naturschutzgebieten, flächenhaften Naturdenkmälern, §24a-Biotopen,
    • wenn ein Eingriff im Sinne von § 10 Naturschutzgesetz vorliegt,
      auf Böden, die ihre natürlichen Bodenfunktionen besonders gut erfüllen, z.B. sehr ertragreiche Böden,
    • auf Böden, die ein Archiv für Natur- oder Kulturgeschichte darstellen,
    • wenn mit der Auffüllung der Boden in einen schlechteren Zustand versetzt wird, z.B. durch verunreinigtes oder unpassendes Material oder durch Bodenverdichtungen. (Eine Auffüllung, die zu einer Verschlechterung führt, ist keine Verwertung sondern eine Entsorgung von Bodenaushub).

Wann können Sie mit einer Genehmigung rechnen?

    • Wenn die Ertragsfähigkeit nachhaltig gesichert ist bzw. sich die Bodenfruchtbarkeit erhöht. (Hinweis: Böden mit hohen Bodenzahlen sind in der Regel nicht mehr verbesserungsfähig).
      Wenn kein Verdacht auf Vorbelastung der Herkunftsfläche vorliegt.
    • Wenn eine sorgfältige Planung vorliegt.
    • Wenn sichergestellt ist, dass keine Verdichtungen, Vernässungen oder sonstige negativen Veränderungen entstehen können.
    • Wenn das Oberflächenwasser nicht zum Nachteil für andere Grundstücke oder Wege abfließen und kein Bodenmaterial abgespült werden kann.
    • Wenn bei einem Ausgleich von unebenem Gelände das Auffüllmaterial mindestens so gut ist wie das der Auffüllfläche und das Material sorgsam eingebaut wird.

Was ist zu berücksichtigen, damit die Auffüllung gelingt?

    • Auffüllarbeiten mit leichten Maschinen nur mit trockenem Material auf trockenem Boden bei trockenem Wetter durchführen. (Selbst mit bestem Bodenmaterial kann eine geplante Verbesserung zur Verschlechterung werden, wenn auf oder mit nassem Boden gearbeitet wird.)
    • Auffüllarbeiten ggf. bei gefrorenem Boden durchführen.
    • Beim Ausbau mit verdichtungsanfälligen, schluffreichen, lehmigen Böden sorgfältig umgehen.
    • Häufig können Vernässungen nur dadurch vermieden werden, dass geeignete Drainagen eingebaut werden. Deshalb Entwässerung (Drainagen) von vornherein einplanen!
    • Auffüllboden darf keine Bodenfremdstoffe (z.B. Bauschutt, Straßenaufbruch, Müll) und Verunreinigungen enthalten.
      Besser auf Material aus unbekannter oder bedenklicher Herkunft, z.B. aus Industriegebieten, verzichten. (Zumindest ist vorher eine Schadstoffuntersuchung nötig.)
    • Besser auf Material mit zu hohen Ton- oder Steingehalten verzichten.
    • Auffüllhöhe sollte 20 cm nicht überschreiten, sonst muss zuvor aufwendig der humose Oberboden abgeschoben werden.
    • Bei Einarbeitung von Unterbodenmaterial muss der Humus vorher abgeschoben und nachher wieder aufgetragen werden.
    • Auffüllfläche möglichst nicht mit LKWs befahren. Das Material möglichst mit Raupenfahrzeugen, die nur geringen Bodendruck verursachen, befahren.
    • Auf Grünland ist von Auffüllungen möglichst abzusehen. Auf Rutschhängen sollen sie unterbleiben, weil sonst durch die Auflast der Hang in Bewegung geraten kann.
    • Nachsorge ist wichtig !!!  Bewährt hat sich eine Begrünung mit tiefwurzelnden Pflanzenarten (z.B. Luzerne, Ölrettich) über mindestens eine Vegetationsperiode.
    • Treten trotz aller Vorsicht nachhaltige Verdichtungen und Vernässungen auf, wird eine mechanische Tiefenlockerung i.V.m. einem anschließenden mehrjährigen Anbau von tiefwurzelnden Pflanzen (z.B. Luzerne) notwendig. Für die nachfolgenden Kulturen wird Mulchsaat empfohlen.
    • Empfehlung: Sichern Sie sich vertraglich mit dem Erdbauunternehmer ab. Sie können ein Vertragsmuster beim Landwirtschaftsamt Biberach erhalten.

Welche Nachteile können für den Landwirt entstehen?

    • Ungleichmäßiges Auflaufen, lückenhafter Bestand.
    • Mehrjährige Ertragsdepressionen.
    • Nachhaltige Schädigung des Bodenlebens durch Luftmangel oder Entstehen von Schadgasen.
    • Verschlämmung und Erosion.
    • Beeinträchtigung von Nachbargrundstücken.
    • Schadstoffeintrag durch Aufbringen von belastetem Material.
    • Es folgen ggf. Schadensersatzforderungen, Anbaubeschränkungen, Beseitigungs-/Sanierungskosten und ein Wertverlust des Grundstückes.

Antragstellung und Information:
Genehmigungspflichtige Auffüllungen müssen rechtzeitig beim Landratsamt Biberach beantragt werden. Erst nach Erhalt der Genehmigung dürfen Sie mit der Auffüllung beginnen.

Informationen über nötige Unterlagen erhalten Sie beim Landratsamt Biberach, Amt für Bauen und Naturschutz, Telefon 07351 52-6356.

Sachgebietsleiter/in

Bernhard Steigmiller

Telefon 07351 52-6705
Telefax 07351 52-50387

bernhard.steigmiller(at)biberach.de