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Pressemitteilung

Kreis geht strategische Partnerschaft mit der Sana Kliniken AG ein

14.12.2012

Der Landkreis Biberach geht eine strategische Partnerschaft mit der Sana Kliniken AG zum Betrieb der Kliniken in Biberach, Riedlingen und Laupheim ein. Das entschied heute (14. Dezember 2012) der Biberacher Kreistag mit deutlicher Mehrheit (52 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen) in seiner Sitzung in Aßmannshardt.


Künftig gehören der neuen Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH 74,9 Prozent der Geschäftsanteile der Sana Kliniken AG und 25,1 Prozent der Anteile dem Landkreis Biberach. „Die breite Mehrheit ist ein klares Signal für den Neubau in Biberach, die Aufrechterhaltung von dezentralen stationären Strukturen in Riedlingen und Laupheim bis mindestens 2017, den Ausschluss von Beendigungskündigungen bis 1. Januar 2016, die bestmögliche medizinische Versorgung im Landkreis Biberach in der Zukunft und gesicherte wirtschaftliche Verhältnisse bei den Kliniken und beim Landkreis.“

Das Sana-Konzept

Die Sana-Kliniken AG baut bis Ende 2017 in Biberach ein neues Krankenhaus mit 350 bis maximal 500 Betten und investiert 70 bis maximal 114 Millionen Euro. Sana will in Riedlingen und Laupheim ein Grundniveau für innere und chirurgische stationäre Leistungen mit jeweils 40 bis 60 Betten bis mindestens zur Fertigstellung des Neubaus in Biberach aufrecht erhalten. Dafür leistet der Landkreis einen Zuschuss in Höhe von 10 Millionen Euro bis 2018. Außerdem bringt der Landkreis fünf Millionen Euro als Eigenkapitalerhöhung in die gemeinsame GmbH ein, die Sana Kliniken AG weitere zehn Millionen Euro.

Sana schließt betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis zum 1. Januar 2016 aus. Es wird darüber hinaus ein Sozialfonds mit 15 Millionen Euro eingerichtet.

Medizinisches Konzept

Das medizinische Leistungsangebot von Sana sieht die Sicherstellung des gesetzlich festgelegten Versorgungsauftrages vor. Außerdem ist die notärztliche Versorgung versichert. Sana strebt ebenso Zentren in Biberach beispielsweise für Onkologie, Neurologie und Altersmedizin an. Die Frauenheilkunde und Geburtskunde soll zentral in Biberach stattfinden. Außerdem ist eine neonatologische Versorgungskompetenz (Neugeborenenmedizin) angedacht.

Bieterverfahren

Diesem heutigen Beschluss voraus ging ein Bieterverfahren, das Mitte Mai dieses Jahres eingeleitet und Ende Juli mit Bewertungskriterien hinterlegt wurde. Bewertungskriterien waren insbesondere das medizinische, wirtschaftliche und organisatorische Konzept sowie das Personalkonzept. Das, so Landrat Dr. Heiko Schmid in der heutigen Sitzung, waren die Eckpfeiler für die Ausschreibung. „Wir haben ferner gewünscht, dass uns Angebote für die Aufrechterhaltung von dezentralen stationären Strukturen für Riedlingen und Laupheim unterbreitet werden.“

Ende November 2012 haben die Helios Kliniken GmbH und die Sana AG notarielle Angebote abgegeben.

Hintergrund

Verzeichnete die Kliniken Landkreis Biberach GmbH im Jahr 2009 noch einen Gewinn von rund 150.000 Euro, so war es im Jahr 2010 bereits ein Minus von 5,4 Millionen einschließlich Eigenbetrieb, im Jahr 2011 gar 11 Millionen Euro zusammen mit dem Eigenbetrieb. Und auch in diesem Jahr steuert die GmbH auf dieses geplante Minus von 11 Millionen Euro zu. Als erste Sofortmaßnahme wurde Ende 2011 die stationäre Versorgung mit 50 Betten in Ochsenhausen eingestellt. Hauptgründe für diese Entwicklungen waren das im Jahr 2005 eingeführte Fallpauschalensystem, Kostensteigerungen, vor allem Lohnerhöhungen, die  nicht umfassend ausgleicht. Vor diesem Hintergrund und vor der Tatsache, dass es immer schwieriger wird, Ärzte und ausgebildetes Pflegepersonal zu finden, haben hat der Kreis im Jahr 2009 umfassende Überlegungen angestellt, wie man diesen Entwicklungen begegnen könnte, wie man die Häuser in Biberach, Riedlingen, Laupheim und Ochsenhausen in eine gute Zukunft führen kann.

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