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Ausbildung zum Naturpädagogen

Der Landkreis Biberach bietet ab September 2014 den neuen Ausbildungslehrgang zum Naturpädagogen an. Der erste Kurs ist bereits ausgebucht.

Ziel der Ausbildung ist es, den Teilnehmern die notwendigen Grundlagen und die Fachkompetenz in den Bereichen Obstbau und Garten sowie ein fundiertes Basiswissen in den Bereichen der Flora und Fauna vor der eigenen Haustüre zu vermitteln. Die Teilnehmer sollen außerdem in der Lage sein, dieses Wissen an Kinder zu vermitteln. Die Kinder sollen lernen, mit allen Sinnen die Natur zu entdecken und zu erleben. Neben Anregungen für Aktivitäten, Projekten, Naturerfahrungs- und Erlebnisspielen wird auch der pädagogische Aspekt (Leitung von Gruppen, Umgang mit Störungen, Sicherheit) ein Thema sein.

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung zum Naturpädagogen hat einen Umfang von zirka 80 Vollstunden. Sie beinhaltet zirka 45 Stunden Theorie und 35 Stunden Praxis. Im Praxisteil sind auch Exkursionen enthalten. Auf die praktische Umsetzung der theoretischen Unterrichtsinhalte wird großen Wert gelegt.

Ausbildungsschwerpunkte sind:

  • die Vermittlung von Naturkompetenz
  • Obst- und Gartengrundwissen
  • pädagogische Kompetenz

 

Zielgruppe

Am Lehrgang können alle Naturbegeisterten teilnehmen. 

Der Kurs richtet sich vor allem an:

  • pädagogische Fachkräfte
  • Lehrkräfte
  • Jugendbegleiter
  • Kinder- und Jugendgruppenleiter
  • Umwelt- und Naturschützer

 

Gebühren

Die Kursgebühr beträgt 249 Euro. Für Schüler, Auszubildende und Studenten, sowie Fachwarte für Obst und Garten, Baumwarte und Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine des Landkreises Biberach, beträgt die Kursgebühr
ermäßigt 229 Euro.

 

Hintergrund

Bis vor wenigen Jahren war die Natur ein Teil des Lebens, sie schuf die Lebensgrundlagen und sicherte das Überleben. Selbst ein großer Teil der Stadtbewohner bewirtschaftete einen Nutzgarten.

Heute arbeiten kaum mehr als zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland in der Land- und Forstwirtschaft. Dadurch hat sich das Umfeld geändert in welchem unsere Kinder heute aufwachsen. Natur entdecken die Kinder nicht mehr nebenher, wie früher, als man der Mutter beim Einkochen half und dem Vater beim Bäume schneiden im Obstgarten zur Hand ging.

Inzwischen ist die Natur direkt vor der Haustür vielen fremd. Immer mehr Kinder und Jugendliche erleben sie als beängstigend. In den Schulen wird Biologisches Wissen meist nur theoretisch anhand von Arbeitsblättern vermittelt. Es wird über Umwelterziehung und Nachhaltigkeit diskutiert, aber für viele Kinder und Jugendliche bleiben diese Themen abstrakt, da sie keinen Bezug zur direkten Umwelt haben.

Je früher Kinder positive Erfahrungen mit der Natur machen, umso nachhaltiger prägen diese Erfahrungen den späteren Bezug zur Natur. Oft fehlen den Eltern die Zeit, das Wissen und manchmal auch des eigene Interesse, mit ihren Kindern raus in die Natur zu gehen. Deshalb müssen Kinder im Kindergarten und in der Grundschule die Möglichkeit erhalten, Natur zu entdecken und zu erfahren. Dies ist möglich durch geschulte Erzieherinnen, engagierte Lehrkräfte, Jugendbegleiter im Rahmen der Ganztagesschule und Jugendgruppenleiter in Vereinen und Verbänden.