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Weltoffene Pflegefamilien gesucht

Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge steigt auch im Landkreis Biberach stetig. Es sind nicht nur Familien und Erwachsene, die in der Region ein neues Zuhause finden, es kommen auch immer mehr unbegleitete minderjährige Jugendliche im Kreis an. Das stellt vor allem das Kreisjugendamt vor eine große Herausforderung bei der Flüchtlingsthematik.

Edith Klüttig, Leiterin des Kreisjugendamts, und ihre Kollegin Sabine Epperlein, Sachgebietsleiterin vom Pflegekinderdienst, suchen deshalb händeringend nach weltoffenen und liebevollen Gastfamilien für die ankommenden unbegleiteten Jugendlichen. Momentan leben im Kreis insgesamt elf Jugendliche, die in der Regel zwischen 15 und 18 Jahre alt und männlich sind. Sie kommen unter anderem aus Eritrea, von der Elfenbeinküste und aus anderen Ländern Nord- und Zentralafrikas. Die Tendenz ist steigend. 

Die minderjährigen Flüchtlinge, die allein ankommen, werden ganz klassisch in Obhut genommen und bekommen einen Vormund. Das Kreisjugendamt ist zuständig dafür, dass für die Betroffenen eine geeignete Unterkunft gefunden wird.

Chancen für beide Seiten
"Wir haben bereits einige Familien, die junge Flüchtlinge aufgenommen haben und unsere Erfahrungen sind gut“, so die Amtsleiterin. „Das ist für mich auch wirklich gelebte Integration. So kommen die Flüchtlinge ganz schnell in Kontakt mit den Bürgern und lernen die Sprache.“ Es gebe viele Chancen für beide Seiten. „Außerdem sollen die Flüchtlinge wie in einer normalen Familie leben, Anschluss finden, sich in Vereinen engagieren und eine Schule besuchen.“ Wenn beispielsweise beide Ehepartner berufstätig sind, sei das noch lange kein Ausschlusskriterium. „Meistens sind die jungen Menschen schon sehr selbstständig, wenn sie bei uns ankommen“, sagt Klüttig. „Wenn man bedenkt, was sie auf ihrer Flucht alles erlebt haben, ist das auch oftmals kein Wunder.“ Manche würden sehr offen mit ihrer eigenen Lebensgeschichte umgehen, andere wiederum seien traumatisiert. „Wir unterstützen die Familien natürlich wo wir können.“ Außerdem werden die Gastfamilien auch finanziell vom Kreisjugendamt unterstützt.

Ein eigenes Zimmer ist wichtig
Was eine Gastfamilie haben muss, ist ein eigenes Zimmer für das Kind oder den Jugendlichen. „Ansonsten wählen wir auch aus, wer in welche Familie passt“, ergänzt Edith Klüttig.

Wer sich für das Thema interessiert oder sich vielleicht schon dazu entschlossen hat zu helfen, kann sich beim Pflegekinderdienst des Kreisjugendamts Biberach melden.

Weitere Infos gibt es bei Jutta Schlachter unter Telefon 07351 52-7676 (jutta.schlachter(at)biberach.de), bei Inge Engler unter Telefon 07351 52-6473 (inge.engler(at)biberach.de) oder bei Sabine Epperlein unter Telefon 07351 52-6517 (sabine.epperlein(at)biberach.de).