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Gräser des Dauergrünlandes

Die Gräser bilden die Hauptmasse in den Pflanzenbeständen des Dauergrünlands. Ihr Ertragsanteil liegt im allgemeinenzwischen 50 und 75%. Massewüchsigkeit und Ertragssicherheit des Dauergrünlands hängen in erster Linie vom Gräserbestand ab. Hinsichtlich der Futtergüte bleiben die Gräser jedoch in der Regel hinter Leguminosen und vielen Kräutern zurück (Eiweiß- und Mineralstoffgehalt, Schmackhaftigkeit u.s.). Als Schadpflanzen sind nur wenige Gräser zu bewerten, hauptsächlich die Rasenschmiele. Seggen, Simsen und Binsen gehören grünlandbotanisch nicht zu den Gräsern, sondern zu den Kräutern.

Mähnutzung fördert besonders die massewüchsigen Obergräser. Weidenutzung vertragen von den Obergräsern nur Wiesenschwingel, Lieschgras und Knaulgras. Sie begünstigt jedoch die wertvollen Arten der blattreichen Untergräser. bei Bodenheuwerbung entstehen an Gräsern geringere Bröckelverluste als an Leguminosen und Kräutern.

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Leguminosen des Dauergrünlandes

Als Leguminosen werden alle Pflanzen bezeichnet, die mit Hilfe der an ihren Wurzeln befindlichen Knöllchenbakterien den in der Luft enthaltenen Stickstoff zu binden vermögen und diesen so für die Pflanzenernährung nutzbar machen. Klee und andere kleeartige Leguminosen stellen eine für die Futtergüte wertvolle Artengruppe im Pflanzenbestand des Dauergrünlandes dar. Ihr Anteil sollte 10-15% betragen. Mehr als 25% Leguminosen kommen höchstens vorübergehend auf dem Dauergrünland vor, weil die meisten Kleearten und kleeartigen Pflanzen nicht selbstverträglich sind und darum häufig ihren Platz mit Gräsern und Kräutern wechseln.

Der Gehalt der Leguminosen an Eiweiß, Kalk und Magnesium, z.T. Natrium, liegt weit über dem der Gräser. Darüber hinaus ist für die Tierernährung von besonderer Bedeutung, dass Blätter und Stengel weniger stark und langsamer verholzen und verkieseln - also länger schmackhaft bleiben - als die Gräser.

Die meisten Grünlandleguminosen vertragen häufig Tritt und Verbiss schlecht. Sie gedeihen also auf Dauer nun auf Flächen mit Mähnutzung. Im Gegensatz dazu findet der Weißklee auf häufig beweideten Grünland seine optimalen Lebensbedingungen und breitet sich hier oft strak aus. Die Gefahr von Bröckelverlusten während der Heuwerbung ist bei den Leguminosen größer als bei den Gräsern. daher haben bei der Werbung leguminosenreichen Futters Silierung, Unterdach- und Heißlufttrocknung besondere Bedeutung für die Erhaltung eines hohen Futterwertes.

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Futterkäuter des Dauergrünlandes

Auf dem Dauergrünland werden die Pflanzen, die nicht zu den Gräsern und Leguminosen gehören, als Kräuter bezeichnet. Von diesen Kräutern sind nur die giftigen und von den Tieren verschmähten Arten ausgesprochene Unkräuter. Die meisten Grünlandkräuter sind dagegen für die Tiergesundheit und -Ernährung wichtig, da sie reich an wertvollen Mineralstoffe, insbesondere Magnesium und Natrium, sind und auch im Eiweißgehalt die Gräser übertreffen. Zudem enthalten viele Kräuter Aroma-, Heil- und Wirkstoffe, die Schmackhaftigkeit und Bekömmlichkeit des Futters erhöhen.

Viele  Kräuter des Dauergrünlandes sind also wertvolle Futterpflanzen. Manche Arten können aber trotz guten Futterwertes zu "Unkräutern" werden, wenn sie überhandnehmen, Klee und Gräser unterdrücken oder die normale Bewirtschaftung des Grünlandes stören, z.B. die Heuwerbung durch schlecht trocknende, dicke Stängel erschweren. Ein Anteil vieler Arten zur Ergänzung von Gräsern und Leguminosen ist allerdings durchaus erwünscht.

Mähnutzung begünstigt viele hochwüchsige Kräuter. Beweidung - in geringerem Maße auch Vielschnitt - sind wirksame Mittel zur Verhinderung eines art- und mengenmäßig unerwünschten Kräuterbesatzes. Zu intensive Beweidung kann aber zu einer Ausbreitung niederwüchsiger Rosettenunkräuter führen. Bei der Heuwerbung erfordern die Kräuter wegen erhöhter Gefahr von Bröckelverlusten die gleiche Sorgfalt wie die Leguminosen.

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Grünlandwirtschaft und Futterbau

Dauergrünland

Aufgrund der überaus umfangreichen Vielfältigkeit von Grünlandbeständen können Sie Detailinformationen zur Grünlandwirtschaft und Futterbau auch direkt auf der Homepage des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg für Grünlandwirtschaft in Aulendorf - LAZBW abrufen.

Informationen auf Homepage von gruenland-online bieten Ihnen eine weitere Möglichkeit direkten Zugriff auf ein breites Angebot an Fachinformationen sowohl für die konventionelle als auch ökologische Grünlandbewirtschaftung zu nehmen.