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Geflügelpest H5N8: Verlängerung der Stallpflicht bis zum 15. März 2017

Bereits seit dem 15. November 2016 muss Geflügel im Landkreis Biberach aufgestallt werden. Bisher sind weiterhin keine Fälle von Vogelgrippe im Landkreis Biberach bekannt. Es sind auch keine Fälle bekannt, bei denen das Virus H5N8 auf den Menschen übertragen beziehungsweise eine Erkrankung ausgelöst wurde.

Das Virus ist aber für Vögel hochansteckend. Auch wenn es im Landkreis Biberach im Gegensatz zu den umliegenden Landkreisen bisher nicht nachgewiesen wurde, besteht aufgrund der großen Anzahl an Geflügelbetrieben sowie der großen Gewässer, an denen Zugvögel rasten, noch immer ein stark erhöhtes Risiko für eine Infektion der Geflügelbestände.

Neue Risikobewertung und risikoorientierte Stallpflicht
Nach einer neuen Risikobewertung durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg wird diese Stallpflicht auf Gebiete entlang großer Gewässer, wie beispielsweise die Landkreise entlang des Bodensees, und auf Landkreise mit besonders hoher Geflügeldichte, wie den Landkreis Biberach beschränkt. Dort muss weiterhin Geflügel in den Ställen gehalten oder die Ausläufe für Geflügel mit einem dichten, überstehenden Dach und seitlich angebrachten Netzen oder Gittern versehen werden. Damit soll erreicht werden, dass möglicherweise infizierte Wildvögel nicht mit dem Geflügel in den Tierhaltungen in Berührung kommen. Die Allgemeinverfügung gilt bis zum 15. März 2017.

Die Erleichterung für örtliche Vogelbörsen und Ausstellungen, die unter Auflagen abgehalten werden dürfen, bleibt bestehen. Das regelt die aktuelle Allgemeinverfügung, die das Landratsamt Biberach in Zusammenarbeit mit dem Ministerium erlassen hat. Die aktuelle Allgemeinverfügung ist ab sofort abrufbar.

Weitere Kontrollaufgaben für alle Geflügelhalter
Auch die weiteren Kontrollaufgaben für die Geflügelhalter bleiben erhalten. Jeder Hühnerhalter ist verpflichtet, seine Tiere beim Veterinäramt zu melden. Die Verpflichtung besteht auch für die Halter von Enten, Gänsen, Puten, Wachteln, Perlhühnern, Rebhühnern und Straußenvögeln. Die Registrierung ist kostenfrei und dient lediglich dazu, dass im Seuchenfall die Informationen über die Tierhaltungen sofort verfügbar sind.

Alle Geflügelhalter müssen sich vollständig umziehen und gesondertes Schuhwerk oder Stiefel anziehen, bevor sie Stallungen oder überdachte Ausläufe betreten. Am Zugang werden Wannen mit einer gegen Viren wirksamen Desinfektionsmittellösung aufgestellt, in denen man vor dem Zutritt in den Stall die Stiefel desinfiziert. Eine Vorrichtung zum Händewaschen ist ebenfalls wichtig. Fahrzeuge und Behältnisse, mit denen Geflügel transportiert wird, müssen ebenfalls nach jedem Transport vollständig gereinigt und desinfiziert werden. Auffälligkeiten von Tieren sofort melden und Buch über Tierverluste.

Es ist besonders wichtig, dass Geflügelhalter ihre Tierbestände genau beobachten und Auffälligkeiten sofort dem Veterinäramt melden. Ein deutlicher Rückgang der Legeleistung zum Beispiel oder vermehrte Todesfälle können ein erstes Indiz für eine Infektion mit der Vogelgrippe sein. Damit man derartige Änderungen besser erkennt, muss ab sofort in allen Geflügelbeständen Buch über die Tierverluste geführt werden, für Bestände mit mehr als zehn Legehennen muss auch die tägliche Legeleistung dokumentiert werden.

Vorbeugemaßnahmen ernst nehmen
Es ist von großer Bedeutung, dass diese Vorbeugemaßnahmen ernst genommen werden. Wenn nicht, sind erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen für die Region zu befürchten, wenn die Vogelgrippe in einen Geflügelbestand verschleppt wird, denn im Landkreis sind 1.400 größere und kleine Geflügelhaltungen mit insgesamt etwa 460.000 Hühnern, Puten, Enten und Gänsen registriert.

Alle Tierhalter werden gebeten, aus Eigenverantwortung ihre Bestände zu schützen, da die Ansteckungsgefahr mit dem aktuellen Virustyp für Geflügel sehr groß ist. Auch indirekt, zum Beispiel über Gegenstände oder Personen oder Schadnager, an denen das Virus haften kann, kann die Vogelgrippe in die Ställe verschleppt werden.

Informationstelefon und Internet
Für Fragen zur Geflügelpest hat das Landratsamt ein Informationstelefon eingerichtet, das während der regulären Öffnungszeiten unter der Nummer 07351 52-6180 erreichbar ist. Weitere Informationen und Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt es auf den nachfolgenden Seiten. 

Informationstelefon

Telefonnummer 07351 52-6180