Pressemitteilung

13.12.2019 10:23 Alter: 317 days

Erster Kommunaler Gesundheitsbericht zeigt gute gesundheitliche Situation der Bevölkerung

Die gesundheitliche Situation der Bevölkerung im Landkreis Biberach ist insgesamt gut. Dies zeigt der 54-seitige Kommunale Gesundheitsbericht, den die Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz jetzt veröffentlicht und auf den Landrat Dr. Heiko Schmid in der vergangenen Kreistagssitzung hingewiesen hat.   Für den Bericht hat die Gesundheitskonferenz die Bevölkerungszusammensetzung, ihren Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten, die Inanspruchnahme von präventiven Angeboten sowie die Gesundheitsversorgung im Landkreis Biberach analysiert. Hinzu kommt ein Sonderbericht rund um Schwangerschaft und Geburt.   Für den Gesundheitsbericht wurden 37 Indikatoren der Gesundheitsberichterstattung dargestellt. Jeder Indikator wird definiert und beschrieben und seine Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren dargestellt. Um die Werte einschätzen können, wurden sie mit den Werten der 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise und dem Durchschnittswert von Baden-Württemberg verglichen.


Ausgewählte Werte im Detail: 

Krankenhausaufenthalte: Zwar ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte im Landkreis Biberach in den vergangenen fünf Jahren gestiegen, sie liegt aber unter dem Landesdurchschnitt.

Lebenserwartung: Die Lebenserwartung der Frauen im Landkreis Biberach liegt mit 84,1 Jahren etwas über der durchschnittlichen Lebenserwartung in Baden-Württemberg. Männer im Landkreis Biberach haben mit durchschnittlich 79,1 Jahren eine etwas geringere Lebenserwartung als in Baden-Württemberg.

Frühsommermeningoenzephalitis (FSME): Im Landkreis Biberach erkranken mehr Menschen an FSME als im Landesdurchschnitt. Gegen FSME können sich Bürgerinnen und Bürger impfen lassen.

Schwerbehinderungen: Die häufigste Diagnose für eine Schwerbehinderung ist eine Schädigung des Bewegungsapparates

Sprachförderbedarf: Im Landkreis Biberach ist der Anteil der Kinder mit intensivem Sprachförderbedarf geringer als in Baden-Württemberg und trotz vermehrter Zuwanderung nicht wesentlich angestiegen. Der Landkreis fördert seit 2012 die Sprachförderung im Kindergarten und in der Eingangsstufe der Grundschule.

Masern: Der Anteil der Kinder, die eine Grundimmunisierung gegen Masern erhalten haben, liegt im Landkreis Biberach mit 91,4 Prozent (Stand: 2018) über dem Durchschnitt von Baden-Württemberg. Die von der Weltgesundheitsorganisation geforderte Durchimpfungsquote von 95 Prozent wird aber nicht erreicht.

Darmkrebs-Früherkennung: Im Landkreis Biberach lassen sich deutlich weniger Personen zu einer Darmkrebs-Früherkennung beraten als in Baden-Württemberg. Der Indikator „Beratung zum Darmkrebs- Früherkennungsprogramm“  beschreibt den Anteil der Personen im Alter zwischen 55 und 57 Jahren, die eine Beratung zur gesetzlichen Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung durch einen niedergelassenen Arzt erhalten haben. Im Landkreis Biberach liegt der Wert bei 9,1 Prozent (Durchschnitt Baden-Württemberg 11,8 Prozent).

Raucher: Der Anteil der Einwohner des Landkreises, die regelmäßig rauchen, liegt knapp unter dem Durchschnitt in Baden-Württemberg. Allerdings rauchen mehr Menschen im Landkreis Biberach täglich mehr als 20 Zigaretten als im Durchschnitt Baden-Württembergs. 

Hausärzte: Die Anzahl der Einwohner pro Hausarzt ist im Landkreis Biberach in den vergangenen Jahren gestiegen und liegt derzeit knapp unter dem Landesschnitt. Die Hausarztpraxen sind gleichmäßig über den Landkreis verteilt. Es sind aber nicht alle Hausarztsitze belegt.

Sonderbericht rund um Schwangerschaft und Geburt
In den Sonderbericht rund um Schwangerschaft und Geburt sind unter anderem Ergebnisse einer Befragung eingeflossen, die das Kreisgesundheitsamt im Herbst 2018 durchgeführt hat. Dabei wurden Hebammen, Gynäkologen und Kinderärzte nach ihrer Einschätzung zur Versorgungssituation im Landkreis Biberach gefragt.

- Frauen im Landkreis Biberach bekommen vergleichsweise mehr Kinder. Die Kinderzahl je Frau liegt im Landkreis Biberach bei 1,77 und ist somit durchschnittlich höher als in Baden-Württemberg (1,58).

- Es gibt im Vergleich zum Landesschnitt weniger Krankenhausbetten für die Fachabteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe, weniger Frauenärzte und weniger Kinderärzte.

- Frauen haben Schwierigkeiten, Hebammen für die von ihnen gewünschten Leistungen in ihrem näheren Umfeld zu finden.

- Die Säuglingssterblichkeit ist im Landkreis geringer als im Landesvergleich.

Kommunale Gesundheitsberichte sind im besten Fall in einen gesundheitspolitischen Prozess eingebettet, bei dem aufgrund der Ergebnisse Maßnahmen geplant, durchgeführt und anschließend überprüft werden. Im Landkreis Biberach gibt es hierfür das Gremium der Kommunalen Gesundheitskonferenz. Darin diskutieren Verantwortungs- und Entscheidungsträger aus dem Präventions- und Gesundheitsversorgungsbereich darüber, wie Gesundheit für die Menschen im Landkreis am besten ermöglicht wird.

Der Kommunale Gesundheitsbericht ist im Internet unter https://www.biberach.de/landratsamt/kreisgesundheitsamt/kommunale-gesundheitskonferenz/kommunaler-gesundheitsbericht.html hinterlegt.

Weitere Informationen erteilt Julia Zahren, Geschäftsstelle Kommunale Gesund-heitskonferenz, unter Telefon 07351 52-6177 oder per E-Mail an julia.zahren(at)biberach.de