Pressemitteilung

05.11.2012 14:25 Alter: 7 yrs

Kommunalpolitiker und Jugendarbeiter aus Tirol und Südtirol besuchen Buden

Sechs Buden verteilt über den Landkreis gaben kürzlich Einblicke in den Budenalltag. Über ein länderübergreifendes Projekt „Jugendkompetenz in der Gemeindepolitik“ kamen 35 Gäste aus Südtirol und Tirol nach Biberach.


Besuch in der Schussentalbude in Bad Schussenried.

Drei Tage lang waren sie unterwegs und informieren sich über innovative Gemeindejugendprojekte in Süddeutschland. In Biberach standen die Themen Festkultur, Alkoholprävention und Buden als selbstorganisierte Jugendtreffpunkte auf dem Programm. Die Kreisjugendreferentin Gertraud Koch organisierte nach einer Informationsveranstaltung im Landratsamt den Besuch von Buden um sich mit den jungen Budenbetreibern zu unterhalten.

Bereits seit 2010 beschäftigen sich Gemeindepolitiker und Jugendarbeit aus Tirol und Südtirol intensiv mit aktuellen und praktischen Themen rund um den Bereich Jugend. Die Exkursion ist Teil des Interregprojektes „Jugendkompetenz in der Gemeindepolitik“ und wurde vom Südtiroler Verein Jugendhaus Kassianeum in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendamt Tirol organisiert. „Zum Abschluss einer Serie von Veranstaltungsreihen wollten wir innovative Gemeindejugendprojekte in Deutschland kennenlernen und Fragen direkt an die Praktiker vor Ort stellen“ erklärte Dagmar Trafoier vom Jugendhaus Kassianeum in Brixen. Dass dieses Anliegen auch intensiv wahrgenommen wurde, machte die angeregte Diskussion im Landratsamt deutlich. Zum Thema Alkoholprävention und Jugendschutz stellte die kommunale Suchtbeauftragte Heike Küfer und der Konstanzer Kreisjugendpfleger Stefan Gebauer die aktuellen Projekte vor und veranschaulichten das landkreisübergreifende Netzwerk zu einer Neuen Festkultur. Schnell wurde deutlich, dass sich das Konsumverhalten der Jugendlichen in Deutschland, Österreich und Italien nicht unterscheiden. „Mir gefällt, dass sich über den Partypass Jugendliche und Erwachsene mit dem Thema Jugendschutz bei Veranstaltungen beschäftigen“ meinte eine Teilnehmerin. 

Besonders beeindruckend war der Besuch in den Buden. Die Schussental Bude Bad Schussenried, die Drohnenbude Dietenwengen, die Bude Altheim, die WuzabudeHürbel, die Jumpibude in Obersulmetingen und die Groddabude in Orsenhausen waren Gastgeber. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestalteten den Abend, stellten ihr Budenleben, ihre Aktivitäten und die Bedeutung ihres Treffs vor. In lockerer Runde wurden Fragen gestellt, Probleme erörtert und diskutiert. „Besonders beeindruckt haben uns die Gemeinschaft und das Verantwortungsgefühl der jungen Menschen. Sie tragen alleine Sorge für die Bude, die sie selber aufgebaut haben“, hieß es aus den Reihen der Besucher. Die Übertragung einer Budenkultur nach Tirol oder Südtirol wird nicht ohne weiteres möglich sein. Wohl aber lassen sich die Erfahrungen nutzbar machen für die Begleitung von jungen Menschen in selbstverwalteten Jugendtreffs oder in einzelnen Hütten, die es in Tirol und Südtirol ebenfalls gibt.  Die Eindrücke aus den Buden liefert der Reisegruppe viel Gesprächsstoff. „Wir fragen uns, wie bei uns in den Gemeinden auf eine Bude reagiert würde. Es ist schön und ermutigend, dass es im Landkreis Biberach den politischen Willen gibt, den Buden eine Zukunft zu geben, auch wenn es mal schwierigere Phasen gibt“ formulierten die Vertreter der Gemeindepolitik zum Abschluss.