Pressemitteilung

08.11.2012 15:00 Alter: 7 yrs

Landrat schreibt an Bürgermeister

Die starken bundesweiten Zuwächse bei der Zahl der Asylbewerber wirken sich mittlerweile auch unmittelbar auf den Landkreis Biberach aus. Wurden im Jahr 2010 54 Flüchtlinge in den Landkreis zugewiesen, waren es 2011 bereits 92 und in diesem Jahr kamen bislang 126 Asylbewerber.


Bis zum Ende des Jahres rechnet der Landkreis mit 140 zugewiesenen Asylbewerbern. Die derzeitigen Gemeinschaftsunterkünfte in Biberach, Bad Schussenried und Ochsenhausen sind mit 225 Plätzen voll belegt.

Deshalb hat sich jüngst Landrat Dr. Heiko Schmid in einem Brief an alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises gewandt, um weitere Unterkunftsmöglichkeiten auszuloten: „Der Landkreis Biberach konnte bisher seiner Aufnahmeverpflichtung stets nachkommen, muss angesichts der deutlich gestiegenen Zuweisungen nun jedoch weitere dezentrale Unterbringungsplätze schaffen. Diese Aufgabe kann vom Landkreis nicht allein bewältigt werden. Hier benötigt er die Unterstützung und Solidarität der Kommunen und der Bevölkerung. Ich bitte Sie daher eindringlich, den Landkreis bei dieser schwierigen Aufgabe zu unterstützen und mir leerstehende Häuser und Wohnungen zu benennen, die als sogenannte Ausweichunterbringung angemietet werden können. Besonders geeignet sind hier ehemalige Gasthäuser oder größere Wohneinheiten“, schreibt der Landrat an die Städte und Gemeinden des Landkreises.

Hintergrund:

Die Zahl der Asylbewerber steigt nach Rückgängen in den letzten Jahren bundesweit wieder deutlich an. Im vergangenen Jahr waren es 53.000. In diesem Jahr sind es bereits mehr als 49.000, eine Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund 32 Prozent. Man ist damit aber immer noch deutlich von den Zahlen Anfang der 1990ziger Jahre entfernt. Damals waren es bis zu 167.000 Asylbewerber pro Jahr. Die Flüchtlinge kommen zunächst in die Landesaufnahmestelle nach Karlsruhe und werden dann in die Stadt- und Landkreise verteilt. Die Aufnahme erfolgt nach festen Quoten. Kamen in den letzten Monaten noch durchschnittlich 400 bis 500 Flüchtlinge im Monat nach Baden-Württemberg, hat sich deren Zahl im September bereits auf über 1.000 erhöht, Tendenz steigend.