Pressemitteilung

11.07.2019 08:48 Alter: 134 days

Großes Interesse am 1. Ökoversuchsfeldtag in Ochsenhausen

Sowohl im ökologischen als auch im integrierten Landbau ist die Sortenwahl ein wichtiger Baustein zur Vermeidung von Krankheiten. Um herauszufinden, welche Sorten sich für den Anbau in der Region gut eignen, hat das Landwirtschaftsamt zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Ochsenhausen ein Versuchsfeld angelegt.


Viele ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte und Auszubildende nahmen am 1. Ökoversuchsfeldtag in Ochsenhausen teil. Dabei präsentierte das Landwirtschaftsamt die Zwischenergebnisse des Sortenversuchs.

Im Rahmen des 1. Ökoversuchsfeldtages präsentierte das Landwirtschaftsamt nun die Zwischenergebnisse. Bei bestem Sommerwetter nahmen daran 86 ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte und Auszubildende sowie Vertreter des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums, verantwortlich für die Organisation des Landessortenversuchs in Baden-Württemberg, teil.

Albert Basler, Leiter des Landwirtschaftsamtes, hob in seiner Begrüßung den Nutzen des neuen Versuchsstandorts als Teil der Biomusterregion für die regionale Landwirtschaft hervor.

Katharina Eberhardt vom Landwirtschaftsamt Biberach zeigte den Besuchern während einer Feldbegehung die große Vielfalt der Sorten. Markante Unterschiede ergeben sich aus der unterschiedlichen Wuchshöhe, der Unterscheidung im Krankheitsbefall und dem Anbau von unbegrannten und begrannten Sorten. Neben äußerlichen Merkmalen spielen die Inhaltsstoffe eine bedeutende Rolle bei der Beurteilung der verschiedenen Sorten. Die Backeigenschaften sind hierbei ein entscheidendes Merkmal. Zusätzlich können für Menschen mit Weizenunverträglichkeit weitere Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel das ATI-Protein, bedeutend sein. Sorten mit niedrigem ATI-Gehalt, die ebenfalls am Versuchsstandort in Ochsenhausen zu finden sind, sind leichter verdaulich. Bei hohen ATI-Gehalten in Weizenprodukten kann es zu Entzündungen der Darmschleimhaut und zur Verstärkung von bereits vorhandenen Autoimmunkrankheiten kommen.

Ein weiterer Bestandteil der Diversität auf dem Versuchsfeld ist der Anbau von Weizenpopulationssorten. Diese entstehen durch die Kreuzung von mindestens sechs Sorten und sind im Erscheinungsbild weniger einheitlich als eine übliche Liniensorte. Ziel des Anbaus von Populationssorten ist die Anpassung der Sorte an wechselnde Umweltbedingungen, vor allem im Hinblick auf den Klimawandel. Durch die genetische Vielfalt innerhalb einer Sorte sollen stabile Erträge erreicht und Krankheiten kompensiert werden.

Mit dem Start des Versuchsfeldes wurde die Triticale nach zehn Jahren wieder in das Sortenversuchswesen aufgenommen. Diese Kreuzung aus Weizen und Roggen ist für viele Biobetriebe ein wichtiger Bestandteil der Futtererzeugung und Kreislaufwirtschaft im eigenen Betrieb.

Die Vorstellung der einzelnen Sorten wurde durch Informationen der anwesenden Züchter, Hartmut Spieß (Dottenfelderhof) und Bertold Heyden (Keyserlingk-Institut) sowie Nadine Bauer (IG Pflanzenzucht) ergänzt.

Im Anschluss an die Führung konnten im Rahmen einer Sachkundeveranstaltung zum Pflanzenschutz Kenntnisse über die Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen im ökologischen Landbau erworben werden.