Pressemitteilung

27.11.2019 07:53 Alter: 11 days

Kindertagesbetreuung und Bedarfsplanung in den Kommunen

Das Thema „Kindertagesbetreuung“, egal ob im Kindergarten, in der Krippe, im Hort an der Schule oder bei einer Tagesmutter, beschäftigt alle Kommunen stark. Die Nachfrage nach Plätzen steigt nach Jahren des Rückgangs wieder deutlich an, es werden wieder mehr Kinder geboren, Eltern wollen nach der Geburt der Kinder berufstätig sein, verlängerte Öffnungszeiten müssen angeboten werden.


Die Kommunen im Landkreis Biberach haben in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen und das Platzangebot stark ausgebaut und müssen dies auch in den nächsten Jahren tun. Um die Kommunen bei dieser Aufgabe zu unterstützen, veranstaltete das Landratsamt erstmals einen Fachtag zur Kinderbetreuungsplanung. Neben Verantwortlichen aus den Kommunen nahmen die Kindergartenfachberatungen im Landkreis und Vertreterinnen des Tagesmütter- und Elternvereins Biberach e. V. teil.

Das Gesundheitsamt informierte zunächst über aktuelle Entwicklungen, wie die anstehende Umsetzung des Masernschutzgesetzes. Außerdem nimmt der Landkreis am Modellprogramm „Mobiler Fachdienst Inklusion und Qualitätsbegleiter“ des Landes Baden-Württemberg teil. Das bedeutet, dass ab 2020 im Landkreis voraussichtlich vier bis fünf zusätzliche Fachkräfte, die über das Kultusministerium finanziert und angestellt werden, zur Verfügung stehen und die Einrichtungen bei der konzeptionellen Weiterentwicklung zu inklusiven Angeboten unter-stützen werden.

Evelyn Samara, die beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) des Referat „Betriebserlaubnisse“ leitet, berichtete über die Vorgaben bei Gruppengrößen, Raumbedarf und Personalschlüssel sowie die aktuellen Diskussionen auf Landesebene, wie die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz weiterhin gewährleistet werden könne.

Dr. Joachim Fiebig, beim KVJS zuständig für die landesweite Berichterstattung zum Thema Kindertagesbetreuung, skizzierte zuerst die rasante Entwicklung, die der Ausbau der Kindertagesbetreuung in den letzten Jahren in ganz Baden-Württemberg genommen hat. Beispielsweise hat die Anzahl der Einrichtungen von 2010 bis 2018 um knapp zehn 10 Prozent zugenommen, die Anzahl der Gruppen sogar um fast 30 Prozent. Dies entspricht auch der Entwicklung im Landkreis Biberach. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat sich 62.100 im Jahr 2005 auf 85.000 im Jahr 2018 erhöht. Das erklärt die Schwierigkeiten, geeignetes Personal für Einrichtungen zu finden, die sich in Zukunft eher noch verstärken werden. Die konkreten Entwicklungen in Bezug auf Plätze in der Kindertagesbetreuung, betreute Kinder in den verschiedenen Altersgruppen und Betreuungszeiten auf Kreisebene skizzierte Isabel Hoever, Jugendhilfeplanerin des Landkreises.

Lösungsorientierter und konkreter wurde es am Nachmittag, als Dr. Joachim Fiebig die Handreichungen des KVJS vorstellte, die Kommunen bei der Bedarfsplanung unterstützen können. Außerdem präsentierte er eine Software, die Gemeinden nutzen können und mit der Eltern ihre Bedarfe frühzeitig anmelden können. Die Kommunen hätten damit eine bessere Grundlage für die Bedarfseinschätzung und die Planung. Eltern würden die digitale Anmeldemöglichkeit schätzen und dies trage auch zur Transparenz bei.

Den Abschluss des Fachtags bildete der Input des Stellvertretenden Jugendamtsleiters Jürgen Hänsler, zum Thema Rechtsanspruch auf einen Betreuungs-platz und zum Gute-Kita-Gesetz.

Weitere Informationen zum Fachtag und darüber hinaus zur Bedarfsplanung für Kommunen finden sich auf der Homepage des Landeskreises unter www.biberach.de/landratsamt/kreisjugendamt/kreisjugendamt-informationen/bedarfsplanung.html