Pressemitteilung

15.11.2019 07:15 Alter: 25 days

Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach erhält Bundesförderung für den Aufbruch in die Zeitgeschichte

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am heutigen Donnerstag (14. November 2019) beschlossen, das Projekt „1950/1980: Dorf zwischen Tradition und Moderne“ im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach mit 475.000 Euro zu fördern.


Hochhaus neben Kirchturm – Strukturwandel um 1960 auf einen Blick in Kirchdorf/Iller, wo Liebherr mit der industriellen Fertigung von Baumaschinen begann und sich der Alltag im Dorf für immer veränderte.

Landrat Dr. Heiko Schmid zeigt sich über die Entscheidung sehr erfreut: „Wir möchten für die Besucherinnen und Besuchern unseres Museumsdorfs auch die Zeitgeschichte erlebbar machen – denn der Strukturwandel der 1950er- bis 1970er-Jahre prägt gerade unsere Gegenwart in Oberschwaben bis heute maßgeblich. Die Förderung durch den Bund ist auch eine große Auszeichnung und zeigt, wie innovativ unser Projekt ist.“

Bereits länger laufen im Hintergrund Planungen, die in Kürnbach eine neue Zufahrtsituation zum Freilichtmuseum ermöglichen sollen. Das Projekt „1950/1980“ baut darauf auf: Das Museumsgelände soll räumlich und inhaltlich um einen neuen Bereich erweitert werden. In der Initialphase soll das neue Areal infrastrukturell erschlossen und eine Baustelle der 1950er-Jahren inszeniert werden. Dieser Schritt schlägt mit rund 950.000 Euro zu Buche, wovon der Bund mit der Förderung die Hälfte der Kosten übernimmt. Eine endgültige Entscheidung darüber steht unter dem Vorbehalt der Mittelbereitstellung durch den Kreistag.

Hieran soll sich die zweite Phase mittelfristig anschließen, in der weitere Gebäude aufgebaut werden: Kiosk, Tankstelle, Friseursalon, Tanzcafé und mehr sollen für die Besucher die Alltags- und Kulturgeschichte Oberschwabens zwischen 1950 und 1980 erlebbar machen. Das Projekt „1950/1980“ will dabei aber keinen nostalgischen Blick auf Nierentisch und Petticoat richten, sondern reflektiert die Brüche in der historischen Entwicklung. Die Besucherinnen und Besucher können sich mit ihren persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen aktiv einbringen können. Für die zweite Phase wurden durch den Kreis Landesfördermittel beantragt.

„Die Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit ermöglicht auch einen anderen Blick auf die Gegenwart und die Zukunft“, betont Landrat Dr. Schmid. „Das ist heute doch wichtiger denn je. Mein besonderer Dank gilt unseren Abgeordneten im Bundestag: Josef Rief, von dem die Initiative ausging, und Martin Gerster, der dieses Projekt unterstützt hat. Die Entscheidung des Haushaltsausschusses verleiht uns großen Rückenwind, um die neuen Wege, die wir in unserem Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach gehen wollen, mit viel Elan weiter zu beschreiten.“