Pressemitteilung

14.02.2020 11:41 Alter: 14 days

Eine erste Schadensbilanz für den Wald

Orkantief Sabine hat den Kommunal- und Privatwäldern des Landkreises Biberach eine Schadensmenge von schätzungsweise rund 30.000 Festmeter Holz beschert.


Damit hat der Sturm hier in etwa so viel Schaden angerichtet wie in den angrenzenden Landkreisen, so die erste Einschätzung der Forstleute des Kreisforstamtes in Biberach. Der angefallene Schaden ist damit deutlich weniger als bei Wiebke 1990 und Lothar 1999. Bei Orkan Wiebke fielen im Februar 1990 im Landkreis etwa 400.000 Festmeter an und bei Sturm Lothar im Dezember 1999 etwa 180.000 Festmeter. Überall in den Wäldern des gesamten Landkreises wurden einzelne Bäume entwurzelt oder abgebrochen. Es finden sich aber auch große Windwürfe, die Kahlschlägen gleich einen flächig verwüsteten Wald hinterlassen haben. Derzeit sind viele Stellen des Waldes noch nicht erreichbar. Der genaue Schadensumfang wird erst in den kommenden Tagen festgestellt werden können.

Wälder nicht betreten
Nach wie vor warnt das Forstamt davor, die Wälder derzeit zu betreten. Es besteht teilweise Lebensgefahr. Schrägstehende, teils entwurzelte Bäume können jederzeit umfallen, abgebrochene Äste herunterbrechen.

Hinweis: Sturmholz vor April aufarbeiten
Es zeichnet sich aber bereits jetzt ab: Die verstreut liegenden Einzel- und Nesterwürfe, insbesondere in Fichtenbeständen, erhöhen erneut das Waldschutzrisiko. Das Sturmholz ist ein „gefundenes Fressen“ und ideale Brutstätte für den Borkenkäfer. Die Borkenkäfersaison beginnt mit zunehmenden Temperaturen im Frühjahr. Ab April fliegen die Käfer aus den Bäumen aus, wo sie unter der Rinde überwintert haben. Sie befallen dann zur Brutablage bevorzugt geschädigte Bäume oder im Wald liegengebliebenes Sturmholz. Deshalb rät das Kreisforstamt dringend, bevor die Käfer ausfliegen, also bis Anfang April, sämtliches im Wald liegende Holz aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen oder als Brutstätte untauglich zu machen. Dazu gehören auch die Bäume in denen die Käferpopulation aus dem Vorjahr überwintert. Diese Bäume sind leicht daran zu erkennen, dass sie jetzt eine zunehmend braun und dürr werdende Krone bekommen und teilweise bereits die Rinde abfällt.