Pressemitteilung

29.07.2020 09:01 Alter: 6 days

Holznasslager im Rißtal eingerichtet

Das Kreisforstamt Biberach hat eine Holzkonservierungsanlage – ein sogenanntes „Nasslager“ - für die von ihm betreuten kommunalen und privaten Waldbesitzer eingerichtet nahe der Tierkörperbeseitigungsanlage in Warthausen eingerichtet. Der Bau der Anlage hat rund 250.000 Euro gekostet. Das Land Baden-Württemberg fördert den Bau zu 80 Prozent. Für die Einlagerung der Stämme erhalten die Waldbesitzer ebenfalls eine Förderung vom Land. Im Nasslager Rißtal Warthausen können bis zu 8.000 Festmeter Holz eingelagert und konserviert werden. Das entspricht zirka 300 Lkw-Ladungen.


Landrat Dr. Heiko Schmid (rechts am Wasserhahn) und Erster Landesbeamter Walter Holderried machen den Wasserhahn für das Holznasslager auf.

„Zu dem Bau musste man sich kurzfristig entschließen, weil nach Sturm „Sabine“ im Februar unplanmäßig große Holzmengen anfielen. Das Holz war nur noch schwer verkäuflich, da der Holzmarkt übersättigt war und nicht zuletzt wegen der Corona-Krise die Sägekapazitäten über Wochen eingeschränkt waren“, sagt Landrat Dr. Heiko Schmid, der zusammen mit dem Ersten Landesbeamten Walter Holderried sowie im Beisein von Kreisforstamtsleiter Hubert Moosmayer und zahlreichen Mitarbeitern des Kreisforstamtes heute, 29. Juli, symbolisch den Wasserhahn aufdrehte.

Das Wasser stammt aus der Riss und wird über eine knapp einen halben Kilometer lange unterirdische Leitung herangepumpt. Es wird über ein Leitungssystem auf dem Platz verteilt und über Regner auf das Holz ausgebracht. Dabei werden, wenn der Platz voll belegt ist, bis zu 500 Liter pro Minute, also ungefähr zwei bis drei Badewannenfüllungen verregnet.

Im Nasslager wird durch künstliche Beregnung der Stämme die Holzfeuchte dauerhaft so hochgehalten, dass kein Sauerstoff mehr in den Holzporen ist. Holzschädigenden Pilzen und Insekten wie zum Beispiel dem Borkenkäfer wird damit die Lebensgrundlage entzogen. Bäume können so über mehrere Jahre konserviert und die Holzqualität erhalten werden. Das Holz ist dauerhaft vor Pilzbefall und Trockenrissen geschützt. Die Einlagerung entlastet den Holzmarkt und wirkt dem Holzpreisverfall entgegen, wenn zum Beispiel nach einem Sturm sehr viel Holz anfällt. Die Sägeindustrie kann kontinuierlich und witterungsunabhängig mit Rohstoff bedient werden. Durch den Abtransport der Bäume aus dem Wald ins Nasslager müssen die Bäume nicht gegen Borkenkäferbefall behandelt werden. Der Beregnungsplatz erspart den Wäldern also Insektizide.