Pressemitteilung

15.09.2020 11:23 Alter: 16 days

Mehr Arten- und Blütenreichtum: LEV betreut Projekte zur Einsaat von Wildblumen und Wildgräsern


Walzen und warten, was wächst: Landwirt Roland Gaupp (links) und Jagdpächter Roland Bledt hoffen, dass die Magerraseneinsaat gut aufgeht.

Sonne strahlt auf den Südhang der Altdeponie bei Unlingen: Auf der kreiseigenen Fläche wurde in den vergangenen Wochen gemulcht, gefräst, gesät und zuletzt gewalzt. Nun kann wachsen, was vor einem Jahr beim Ortstermin zwischen dem Landschaftserhaltungsverband, Jagdpächter Roland Bledt, Biotopobmann Ernst Schöllhorn von der Kreisjägerschaft und dem Naturschutzbeauftragten Albert Moser als Idee besprochen wurde, nämlich mehr Blütenreichtum in die Deponiefläche zu bringen.

Mehrfach hat Landwirt Roland Gaupp aus Unlingen den Boden bearbeitet, bevor LEV-Geschäftsführer Peter Heffner bei idealen Bedingungen die Handeinsaat auf rund 40 ar Deponiefläche, ein halber Sportplatz, mit einer Mager- und Sandrasenmischung vornahm. Standorttypische Wildblumen und Wildgräser wurden oberflächlich ausgesät und danach angewalzt, mehr nicht, denn die Lichtkeimer dürfen nicht eingearbeitet werden. Die Samenmischung aus dem hiesigen Naturraum soll dauerhaft die magere Grünfläche in puncto Arten- und Blütenreichtum aufwerten und so einen wirksamen Beitrag für Insekten und Wildtiere liefern. Ermöglicht wurde die Maßnahme durch Naturschutzmittel des Landes, des Landkreises und einer Spende von Jagdpächter Roland Bledt aus Unlingen als Mitglied im „Hegering „Jagd- und Naturfreude Bussen“ und in der Hegegemeinschaft Biberach.
 
Da die Altdeponie noch unruhig ist und noch Faulgase entstehen, mussten einige Genehmigungen bei der Abfallwirtschaft des Regierungspräsidiums und des Landkreises eingeholt werden. Aus diesem Grund ist momentan auch noch keine extensive Beweidung der Fläche möglich.
„Schade ist das“, findet Heffner, denn das würde aus seiner Sicht nochmals einen Schub in naturschutzfachlicher Hinsicht geben. Experten rechnen bei einem Kilogramm Dung mit zehn Kilogramm Biomasse an Regenwürmern, Insekten, Käfern, wovon dann auch Pflanzen, Vögel und Reptilien im Nahrungskreislauf profitieren.

Für die nahe Zukunft sind auch auf Grünlandflächen von zwei Landwirten in Hürbel und in Ochsenhausen Einsaaten mit artenreichem, gebietsheimischem Saatgut geplant, gefördert aus Naturschutzmitteln des Landes und unter fachlicher Anleitung des LEV. So kann Vielfalt wachsen.

Weitere Informationen zum LEV unter www.lev-biberach.de

Landschaftserhaltungsverband Landkreis Biberach e.V.
Peter Heffner
Geschäftsführer
Telefon: 07351 52-7573
Email: peter.heffner(at)lev-biberach.de