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Intensive Bürgerbeteiligung an Planungen zum Biotopverbund in der Gemeinde Maselheim


In seiner Begrüßung bekräftigte Bürgermeister Marc Hoffmann den früheren Gemeinderatsbeschluss in Sachen Planung mit den Worten: „Wir wollen hier Vorreiter sein und unserer Verantwortung gegenüber unseren Lebensgrundlagen, aber auch dem Landesgesetz gerecht werden.“ Harald Jungbold, Biotopverbund-Berater beim Landschaftserhaltungsverband Landkreis Biberach e.V. (LEV) informierte über die Arbeit des Landschaftserhaltungsverbands und das Ziel einer kommunalen Biotopverbundplanung. Er unterstützt die Gemeinden im Landkreis bei dieser gesetzlichen Aufgabe von der Ausschreibung bis hin zur Umsetzung von Maßnahmen.

Die Kommunen müssen laut Biodiversitätsstärkungsgesetz, ein Landesgesetz vom Juli 2020, derartige Fachplanungen für ihr Gebiet erstellen, um dem dramatischen Artenschwund entgegenzuwirken und den funktionalen Biotopverbund als „Netzwerk des Lebens“ zu erhalten und zu fördern. Die Umsetzung der Maßnahmen ist freiwillig. „Hierbei steht uns die gesamte Palette der bestehenden Naturschutz- und Landwirtschaftsförderprogramme bis hin zu Ökokontomaßnahmen zur Verfügung“, so Jungbold.

Chancen für Eidechsen und Wildbienen

Vor eineinhalb Jahren startete in Maselheim das Planungsbüro Lars Consult mit der Datenauswertung und ersten Ortsbegehungen. Dabei wurden vorhandene Daten mit der Realität auf der Fläche abgeglichen. Wie im Prozess einer Biotopverbundplanung vorgeschrieben, soll bei der Öffentlichkeitsbeteiligung die Bürgerschaft informiert und mitgenommen werden. Demzufolge erläuterten Martin Königsdorfer und Lennart Artinger den aktuellen Sachstand ihrer Bestandsaufnahme und erste Maßnahmenvorschläge. Deutlich wurde, dass die Öchsle-Bahn als Band diagonal durch die Gemeinde verläuft und eine Biotopverbundachse darstellt. Diese Achse bietet mit gewissen Aufwertungen bessere Chancen für wenig mobile Arten wie Eidechsen, Wildbienen und so weiter. Zudem seien der Saubach und die Dürnach wichtige Verbundachsen, entlang derer Tiere und Pflanzen auf feuchten Lebensräumen unterstützt werden sollen.

„Wer setzt die geplanten Maßnahmen um?“, „Wie werden Bewirtschafter und Eigentümer einbezogen?“, „Kann ich später wieder aussteigen, wenn ich eine Maßnahme nicht weiterführen will?“, „Was können Vereine oder Privatleute mit kleineren Flächen für die Artenvielfalt tun?“ – eine lebhafte Runde mit Antworten auf viele Fragen zeigte das Interesse der Bürgerschaft. Im zweiten Teil der Veranstaltung lud Bürgermeister Marc Hoffmann dazu ein, mit dem Planungsbüro und dem LEV ins Gespräch zu treten und Hinweise zu geben, wo und wie der Biotopverbund konkret auf Flächen verbessert werden könne. An Stellwänden war der aktuelle Planungsstand in der Gemeinde dargestellt.

Möglichkeiten und Hindernisse beim Schutz seltener Tiere und Pflanzen

Auch hier beteiligten sich die Anwesenden sehr rege am Austausch über Möglichkeiten und Hindernisse zum Schutz seltener Tiere und Pflanzen, über Fördergelder oder wirtschaftliche Zwänge. Zwei Dinge wurden an diesem Abend deutlich: der Biotopverbund ist bei den Bürgern angekommen und jede Kommune, jeder Flächenbewirtschafter und jeder Mitbürger kann dazu seinen Beitrag leisten.

Auch nach der Veranstaltung ist eine rege Beteiligung gewünscht. Bürgermeister Marc Hoffmann und Harald Jungbold laden alle, die sich am Biotopverbund beteiligen möchten, herzlich ein, zur Gemeinde oder zu den Mitarbeitern des LEV Kontakt aufzunehmen. www.lev-biberach.de

Mehrere Menschen sitzen auf Stühlen und schauen gemeinsam auf eine Leinwand.

Biotopverbund-Berater Harald Jungbold erläutert Möglichkeiten zur Stärkung des kommunalen Biotopverbunds in Maselheim.

Mehrere Personen betrachten verschiedene Stellwände.

Maselheimer Bürgerinnen und Bürger tauschen sich intensiv über erste Planungsergebnisse aus.

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