Nachricht

Verantwortliche informieren sich über Ganztagsförderungsgesetz


Gemeindetag-Kreisverbands Bürgermeister Peter Diesch informierte die zuständige Schulrätin Andrea Sperr über die rechtlichen Aspekte, Zielsetzungen und Rahmenbedingungen des Ganztagsförderungsgesetzes. Die Schulrätin erklärte den Unterschied zwischen Ganztagsbetreuung und Ganztagsschule. Auf Anfrage informiert sie in Ortschaftsrats- und Gemeinderatssitzungen über das Ganztagsförderungsgesetz.

In einem der drei Workshops berichteten Tanja Glöggler, Leiterin der Eduard-Mörike-Schule Blaustein, und Robert Barthold, Rektor der Mittelberg-Grundschule Biberach, von ihren Planungen und Erfahrungen. Beide befürworten klar die verbindliche Ganztagsschule: Alle Kinder profitierten von einem rhythmisierten Schultag, Unterricht und Aktivitäten in Musik, Sport und Kunst wechseln sich so ab, dass die Kinder alle ihre Fähigkeiten ausleben und am Ende des Schultags ohne Verpflichtungen nach Hause entlassen werden können.

Wird die Betreuung kommunal organisiert, unterscheidet sich das Angebot von Kommune zu Kommune erheblich. Dies wurde im zweiten Workshop deutlich, als Vertreterinnen von Städten und kleineren Gemeinden verschiedenen Betreuungsmodelle vorstellten. Übereinstimmend wurde berichtet, dass der Bedarf stetig zunehme. Der Wunsch der Eltern nach maximaler Flexibilität erfordere jedoch einen hohen organisatorischen Aufwand und gute Koordination. Das Fazit der Referentinnen: „Da, wo miteinander geredet wird, funktioniert es gut“.

Im dritten Workshop sprachen Jürgen Hänsler und Isabel Hoever vom Kreis-jugendamt über die Chancen und Herausforderungen einer Bedarfsplanung.  „Für die Bedarfsplanung der Kommunen gibt es leider kein Patentrezept“, so Hänsler. Bewährt habe es sich, strukturiert, aber pragmatisch anzufangen. Wichtig sei es, sich jetzt auf den Weg zu machen.

Verena Fürgut (Stadt Biberach) und Sigrid Scheiffele (Stadt Laupheim) stellten die Finanzierung der Betreuungsangebote anhand von Beispielrechnungen verschiedener Grundschulen in Biberach und Laupheim dar.

Wie die Qualifizierung von ungelernten Betreuungskräften gelingen kann, erläuterte die Leiterin der Biberacher Volkshochschule, Effi Holland.

Im Abschlusspanel bekundeten die Vertreter der Vereine und Verbände ihr Interesse an der Mitwirkung am Ganztagsangebot. Gleichzeitig verwiesen sie auf die Notwendigkeit eins klar definierten Kosten- und Qualitätsrahmens, der die Grundlage für verlässliche Angebote der Ganztagsbetreuung bilde.

Das Fazit der Veranstaltung: Das Thema Ganztagsbetreuung und die Umsetzung des Rechtsanspruchs müssen in den Schulen und Kommunen ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Neben der Bedarfsplanung geht es im ersten Schritt darum, mit allen Beteiligten (Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Schulträger) ein gemeinsames Bildungsverständnis zu entwickeln. So könne ein hochwertiges Ganztagsförderangebot erarbeitet werden, das - ausgehend von den Entwicklungsbedarfen der Kinder - die Schule als Lern- und Lebensort begreift.

Die Dokumentation der Veranstaltung steht auf der Homepage des Bildungsbüros unter www.bildungsregion-biberach.de zum Download bereit.

Das Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG)

Mit dem Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) wird für Kinder im Grundschul-alter ein Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung, beginnend mit der Klassenstufe 1, ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeführt. Ab dem Schuljahr 2030/2031 hat so jedes Grundschulkind einen Anspruch auf acht Stunden Betreuung an fünf Tagen in der Woche. Der Rechtsanspruch auf Betreuung gilt auch in den Ferien bei einer maximalen Schließzeit von vier Wochen.

Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote sollen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf helfen und für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen. Für die Eltern besteht keine Pflicht, die Betreuung in Anspruch zu nehmen.

Bereits heute wird den Kindern und Eltern an vielen Grundschulen im Landkreis ein umfangreiches Betreuungsangebot angeboten. Die Betreuungsmodelle unterscheiden sich von Schule zu Schule. Knapp ein Viertel der Grundschulen sind Ganztagsschulen, davon eine in verbindlicher Form, vier teilgebunden, der Rest in offener Form. An den anderen Schulen wird die Betreuung rein kommunal organisiert (verlässliche Grundschule, flexible Nachmittagsbetreuung).

Die Umsetzung des Rechtsanspruchs bedeutet große Herausforderungen: bauliche Voraussetzungen, Fachkräftemangel, die Ermittlung des Bedarfs der Eltern, etc.

Andrea Sperr vom Staatlichen Schulamt Biberach erläutert in ihrem Beitrag den Blick der Schulverwaltung auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Andrea Sperr vom Staatlichen Schulamt Biberach erläutert in ihrem Beitrag den Blick der Schulverwaltung auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Direkt nach oben