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Handwerkskammer unterstützt beim beschleunigten Fachkräfteverfahren


Die Handwerkskammer Ulm hat deswegen eine Kooperationsvereinbarung mit den Ausländerbehörden der Stadt und des Landkreises Biberach geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist eine schnelle und transparente Abwicklung sowie eine bessere Planbarkeit der Prozesse im beschleunigten Fachkräfteeinwanderungsverfahren zu erreichen. Erstberatung der Mitgliedsunternehmen und Vorprüfung der Unterlagen übernimmt künftig die Handwerkskammer Ulm – in engem Schulterschluss mit den Anerkennungsberatungsstellen. Somit wird sichergestellt, dass Anträge vollständig eingereicht, zeitraubende Nachfragen sowie Konfliktfälle reduziert und die Verfahren insgesamt beschleunigt werden. Durch die Entlastung der Ausländerbehörden in Biberach soll deren Effizienz im Bearbeitungsprozess gesteigert werden.

Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit wurde von Landrat Mario Glaser, Oberbürgermeister Norbert Zeidler und Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich von der Handwerkskammer Ulm unterzeichnet.

„Dass die Handwerkskammer künftig die Ausländerbehörden unterstützt, ist ein tolles Signal für die Handwerksbetriebe in unserem Landkreis. Wir versprechen uns von der Vereinbarung positive Effekte für alle Beteiligten: Betriebe, Fachkräfte, Ausländerbehörden und Handwerkskammer. Durch die Kooperation und Unterstützung durch die Handwerkskammer können die Verfahren in unserem Haus rechtssicher und vor allem zügiger erledigt werden. Davon erhoffen wir uns eine spürbare Entlastung der Mitarbeitenden und eine noch leistungsfähigere Ausländerbehörde“, betont Landrat Mario Glaser.

Auch Oberbürgermeister Norbert Zeidler lobt die Vereinbarung: „Die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte ist für die Betriebe in unserer Stadt und unserer Region von großer Bedeutung. Ich bin der festen Überzeugung, dass die enge Kooperation mit der Handwerkskammer ein wichtiger Baustein für die Gewinnung ausländischer Fachkräfte ist. Ich bin mir sicher: Von einer guten Vorbereitung der entsprechenden Verfahren profitieren alle Beteiligten.“

Und Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, ergänzt: „Wir fordern schon seit Langem schnellere und einfachere Zuwanderungsverfahren, damit Betrieben die Fachkräftesuche im Ausland erleichtert wird. Wir wollen aber nicht nur von anderen fordern, mit dieser Vereinbarung schaffen wir jetzt mit. Sie ermöglicht schnellere Anerkennung für Fachkräfte und unsere Betriebe. Damit schaffen wir einen echten Mehrwert – für unsere Betriebe und die Fachkräfte von morgen.“

Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer können sich zukünftig umfassend zum Thema Fachkräfteeinwanderung und beschleunigtes Fachkräfteverfahren beraten und bei der Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen unterstützen lassen. Die Unternehmen erhalten Unterstützung bei Fragen des Onboardings, zu Qualifizierungsmaßnahmen, zur Anpassung der Berufskompetenzen aus dem Ausland sowie der Integration der internationalen Fachkräfte im Unternehmen.

Hintergrund

Zum 1. März 2020 trat das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft, welches durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung vom 16.08.2023 fortgeschrieben worden ist. Es soll die Migration qualifizierter Fachkräfte nach Deutschland erleichtern und so die Wirtschaft bei der Fachkräftesicherung unterstützen. Das Gesetz ist im aufenthaltsrechtlichen Bereich mit neuen Aufgaben für die Kommunen verknüpft, die Ausländerbehörden sollen im sogenannten „Beschleunigten Verfahren“ gegenüber den Unternehmen eine beratende Rolle einnehmen. Hierbei stellt die hohe Komplexität der Vorschriften sowohl die antragstellenden Personen und arbeitgebenden Unternehmen wie auch die beteiligten öffentlichen Stellen vor gesteigerte Anforderungen. Aus Erfahrung der Handwerkskammer benötigen viele Arbeitgeber vor und im Rekrutierungsprozess von Fachkräften aus Drittstaaten daher eine umfangreiche Beratung, bei der die Handwerkskammer die Ausländerbehörden unterstützen kann.

Die Verantwortlichen bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit den Ausländerbehörden der Stadt und des Landkreises Biberach zum beschleunigten Fachkräfteverfahren.

Vorne: von links nach rechts: Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Ulm; Landrat Mario Glaser, Oberbürgermeister Norbert Zeidler. Hinten: von links nach rechts: Anna Kleine-Beek, Ordnungsamtsleiterin Stadt Biberach; Irene Emmel, Dezernentin für Verwaltung, Kommunales und Gesundheit, Landratsamt Biberach; Maximilian Laemmle; Ordnungsamtsleiter Landratsamt Biberach; Bastian Störk, Geschäftsbereichsleitung Handwerkammer Ulm; Hermann Scheel, Leiter der Ausländerbehörde im Landratsamt Biberach

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