Mit einer eindrucksvollen Reihe von Kulturprogrammen und Veranstaltungen haben zahlreiche Engagierte im Landkreis Biberach ein kraftvolles Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt. Die Aktionen rund um die weltweite Kampagne „One Billion Rising“ zogen viele Menschen an und riefen zu gesellschaftlicher Verantwortung und Solidarität auf.
Tanzdemo auf dem Kirchplatz
Der Höhepunkt der Kampagne fand am 14. Februar, dem Valentinstag, statt. Zahlreiche tanzbegeisterte Menschen versammelten sich auf dem Kirchplatz, um an der weltweiten Protestaktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen teilzunehmen.
Ein besonders eindringliches Symbol waren 132 Paar Schuhe, die auf dem Platz aufgestellt wurden. Sie standen für die 132 Frauen, die im Jahr 2023 in Deutschland durch Partner- oder Ex-Partnergewalt getötet wurden. Katrina Dibah-Lavorante, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Biberach, forderte in ihrer Begrüßung alle Anwesenden eindringlich auf, beim Thema Gewalt nicht wegzuschauen, sondern aktiv einzugreifen. Unter der Anleitung von Tanztrainerin Olga Schneider, ließen sich die Teilnehmenden von der Musik mitreißen und tanzten gemeinsam die einstudierte Choreografie.

Tanzdemo auf dem Kirchplatz unter der Anleitung von Olga Schneider
Auf Initiative der Jugendhausleitung Isabel Schulz, dienen die schriftlich festgehaltenen Gedanken der Anwesenden zum Thema Gewalt als Grundlage für ein gemeinsames Lied. Wir sind alle gespannt auf das Ergebnis.

Isabel Schulz sammelt die Ideen und Beiträge der Teilnehmenden
Poetry Lesebühne "Wort's ab"
Ein weiterer Höhepunkt war eine spezielle Poetry-Lesebühne, die am 26. Februar im Abdera, in Kooperation mit dem „KulturReservoir Biberach“, veranstaltet wurde. Fünf Poetinnen, Laura Neckar, Marina Sigl, Marie Lemor, Yvonne Hagmeyer und Madlenka Merk, griffen die Themen Gleichstellung und Gewalt in vielen Facetten auf und verarbeiteten dabei auch eigene Gewalterfahrungen zu Texten, die das Publikum tief berührten. Moderiert wurde der gut besuchte Abend von Tobias Meinhold, der die Veranstaltung mit einem eigenen Beitrag „Ein Mann steht auf“, bereicherte. Die eingenommenen Spenden kamen dem Verein Brennessel e.V. zugute.

Abschlussbild mit allen Künstlerinnen
Der Verein Brennessel e.V. organisierte zudem eine Ausstellung über die sogenannte „Loverboy-Methode“, bei der Männer Mädchen emotional manipulieren, um sie in die Prostitution zu zwingen. Die Ausstellung wurde zwei Wochen lang im Jugendzentrum 9teen sowie im Kreis-Bildungsschulzentrum (BSZ) gezeigt und stieß bei zahlreichen Schulklassen auf großes Interesse, sodass teilweise drei Führungen täglich stattfanden. Insgesamt haben 477 Schülerinnen und Schüler an den Führungen teilgenommen, was eine beachtliche Bilanz ist.
Selbstvertrauen stärken: Kurse gehen weiter
Auch nach der Kampagne liegt ein Fokus auf der Stärkung von Mädchen und Jungen. Die vom Kreisjugendreferat organisierten Selbstbehauptungskurse fanden an verschiedenen Standorten wie Biberach, Laupheim und Riedlingen statt. Ziel der Kurse ist es, das Selbstvertrauen zu stärken, Grenzen setzen zu lernen und Handlungssicherheit zu vermitteln. Weitere Informationen sind unter www.ju-bib.de verfügbar.
Ein Zeichen gemeinschaftlicher Verantwortung
Getragen wurde die erfolgreiche Kampagne von der Arbeitsgemeinschaft „Geschlechter Gerecht“, einem breiten Bündnis aus zahlreichen Einrichtungen, Institutionen und engagierten Privatpersonen. Ein besonderer Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, insbesondere Traude Koch, die die Initiative ins Leben rief, sowie Rouven Klook, dem Ehrenamtsbeauftragten der Stadt Biberach. Zum starken Netzwerk gehören außerdem die Katholische Betriebsseelsorge, die KEB Biberach-Saulgau, Brennessel e.V., das Jugendhaus 9teen, das Kreisjugendreferat, der Kreisjugendring sowie der Weiße Ring. Gemeinsam setzten sie ein unübersehbares Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung und Solidarität.