Kreishaushalt 2026 eingebracht
Der vorgeschlagene Kreishaushalt hat ein Volumen von 406 Millionen Euro. Davon belaufen sich die Aufwendungen im Sozialbereich auf rund 252 Millionen Euro. In diesem Jahr wird mit einem Defizit von 1,5 Millionen Euro gerechnet. Der Landkreis bleibt damit dennoch schuldenfrei. Erst für das Haushaltsjahr 2027 sind Schulden geplant. Für die Kreisumlage wird im Haushaltsplanentwurf mit 31 Prozentpunkten eine Erhöhung von 4,5 Prozentpunkten vorgeschlagen.
Landrat Mario Glaser ging in seiner Haushaltsrede auf das, im laufenden Haushaltsjahr, hohe strukturelle Defizit ein, signalisierte dennoch, dass die Möglichkeit bestehe, weniger Umlage zu erheben. „Wir sehen verwaltungsintern und durch wirklich harte Sparmaßnahmen einen niederen einstelligen Millionenbetrag, den wir einsparen können und dazu sind wir auch bereit. Das wird unser strukturelles Defizit aber leider nur marginal verringern. Wir benötigen trotz dieser Maßnahmen einen Hebesatz von 29,5 Prozentpunkten, den wir Ihnen bereits zugerufen haben und der schon 1,5 Prozentpunkte unter dem Haushaltsentwurf liegt. Das ist dann immer noch der mit Abstand niedrigste Umlagesatz des ganzen Landes.“, sagte Landrat Mario Glaser.
Landrat Mario Glaser legt Entwurf des Haushaltes des Landkreises für das Jahr 2026 dem Kreistag in einer ersten Lesung vor.
Er sagte dem Kreistag auch zu, dass er diesen Hebesatz dann ebenfalls für 2027 zusagen kann. Allerdings machte er auch deutlich, dass dieser Hebesatz nur mit teilweise harten Einschnitten zu bewältigen sein wird. Er verdeutlichte den Kreisrätinnen und Kreisräten in seiner Rede, dass er große Bedenken habe, dass ein noch niedrigerer Hebesatz negative, nicht mehr oder nur sehr schwer wieder reparierbare Folgen haben werde für den Landkreis Biberach und seine Bürgerinnen und Bürger. Er sprach dabei von einem finanziellen Kipppunkt. Daher appellierte er an die Mitglieder des Kreistags: „Lassen Sie uns einen gemeinsamen Weg finden. Lassen Sie uns den guten Biberacher Weg der vergangenen Jahrzehnte weitergehen.“
Kreiskämmerer Holger Adler hat in seiner Haushaltsrede zuvor ebenfalls die Herausforderungen des Haushaltsjahres 2026 dargelegt und auf die allgemein schwierige Lage der Kommunalfinanzen im ganzen Land hingewiesen. Er betonte, wie wichtig ein ausgewogenes Augenmaß sowohl bei Einsparungen als auch bei Investitionen ist. Trotz der schwierigen finanziellen Lage des Landkreises, welcher durch hohe Sozialleistungskosten geprägt ist, setzt er auf gezielte Maßnahmen, um die Handlungsfähigkeit zu sichern. Investitionen in Bildung und Infrastruktur sollen weiterhin Priorität haben, um die Lebensqualität und Wirtschaftskraft im Landkreis zu stärken. „Wir müssen mit einem klaren Plan und Augenmaß handeln, um trotz knapper Kassen unsere Verantwortung für die Zukunft unserer Bürgerinnen und Bürger wahrzunehmen,“ so der Kreiskämmerer.
Kreiskämmerer Holger Adler erläutert in seiner Haushaltsrede die Planzahlen für den Haushaltsentwurf 2026.
Der vorgelegte Haushalt wird nun in den nächsten Wochen in den einzelnen Ausschüssen des Kreistags öffentlich vorberaten. Die Verabschiedung des Haushalts durch den Kreistag ist für den 12. Dezember 2025 geplant.
Wichtigste Kennzahlen des Entwurfs des Kreishaushalts 2026:
| Gesamtergebnishaushalt: | |
| Erträge: | 404.228.015 Euro |
| Aufwendungen: | 405.728.015 Euro |
| Veranschlagtes Gesamtergebnis: | -1.500.000 Euro |
| Kreisumlagehebesatz: | 31,00 % |
| Kreisumlageaufkommen: | 143.420.258 Euro |
| Aufwendungen für Soziales: | 252.943.125 Euro |
| Gesamtfinanzhaushalt: | |
| Zahlungsmittelüberschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit (Cash flow): | 9.581.127 Euro |
| Kreditermächtigung: | 0 Euro |
| Schuldenstand Ende 2026: | 0 Euro |
| Eigenbetrieb „Immobilien der Kliniken“: | |
| Erfolgsplan: | 3.344.900 Euro |
| Liquiditätsplan: | -259.400 Euro |
| Abfallwirtschaftsbetrieb: | |
| Erfolgsplan: | 17.675.332 Euro |
| Liquiditätsplan: | -3.936.360 Euro |
| Investitionen: | |
| Kernhaushalt: | 26.983.378 Euro |
| davon für Bildungsinfrastruktur: | 7.773.678 Euro |
| für verkehrliche Infrastruktur: | 14.370.000 Euro |
| Eigenbetrieb „Immobilien der Kliniken“: | 0 Euro |
| Abfallwirtschaftsbetrieb: | 410.000 Euro |
| gesamt: | 27.393.378 Euro |