Weibliche Genitalverstümmelung

Als Genitalverstümmelung ("Female Genital Cutting" - FGC) werden kulturell verankerte Praktiken bezeichnet, bei denen weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden. Solche Eingriffe werden vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter ausgeführt, in den meisten Fällen vor Beginn oder während der Pubertät. Die Eingriffe erfolgen ohne medizinische Gründe, sind mit starken Schmerzen verbunden und verursachen schwere körperliche und psychische Schäden. Seit dem Jahr 1995 gilt die Verstümmelung der weiblichen Genitalien als Menschenrechtsverletzung.

Folgen der Genitalverstümmelung

Die Geschlechtsteile werden meist unter unhygienischen Bedingungen, von Personen ohne medizinische Ausbildung, ohne Betäubung und gegen den Willen des Opfers beschnitten. Die körperlichen und seelischen Folgen sind vielfältig und belasten das Opfer ein Leben lang. Zu den Folgen zählen beispielsweise:

     

  • chronische Entzündungen und Schmerzen
  • Verletzung benachbarter Organe
  • Probleme bei Geburten, Menstruation und Sexualität
  • schwere Schädigungen Neugeborener
  • erhöhtes Risiko für HIV und andere Infektionen
  • schwerer Schock und lebenslange posttraumatische Belastungsstörungen
  • Tod durch Verbluten oder Infektionen
  •  

Rechtslage in Deutschland

Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist in Deutschland verboten und stellt ein Verbrechen dar. Der Eingriff erfüllt nicht nur die Voraussetzungen einer Körperverletzung, sondern ist ein eigener Straftatbestand und wird mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft.

Hat die Frau oder das Mädchen ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, ist die Verstümmelung auch dann strafbar, wenn sie im Ausland durchgeführt wird. In den meisten Fällen von Genitalverstümmelungen ist die Familie des Opfers für die Tat mitverantwortlich. Daher ist es für die meist minderjährigen Opfer besonders schwierig, Strafanzeige zu erstatten. Hier lebende Mädchen und Frauen sind oft gefährdet, im Ausland verstümmelt zu werden.

Achtung: Genitalverstümmelung ist immer ein illegaler Eingriff, auch wenn er auf Wunsch des Opfers oder seiner gesetzlichen Vertreter oder Vertreterinnen ausgeführt wird!

Wenn Sie selbst Opfer von Genitalverstümmelung wurden oder davon bedroht sind, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle.

Lebenssituation

Übersicht » Opferschutz und Opferhilfe » Angebote zur Unterstützung von Opfern » Frauen » Weibliche Genitalverstümmelung

Information

Die Inhalte werden über eine Schnittstelle der imakomm vom Portal service-BW vollständig übernommen und eingelesen