Rede des Landrats anlässlich des Neujahrs- und Bürgerempfangs am 10. Januar 2020 in Bad Schussenried

- Es gilt das gesprochene Wort -

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen hier in der Stadthalle Bad Schussenried zum traditionellen Neujahrs- und Bürgerempfang des Landkreises. Ich hoffe, Sie sind alle gut in das neue Jahr, in ein neues Jahrzehnt gestartet.

Und für dieses neue Jahr, für dieses neue Jahrzehnt wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute. Mögen alle Ihre Hoffnungen und Erwartungen in Erfüllung gehen. Mögen es goldene 20er-Jahre werden.

Herzlichen Dank an das Bläserquintett Brassabel für die musikalische Begrüßung mit dem Stück „Brass Joker“ von Joe Grain. Brassabel begleiten den Neujahrs- und Bürgerempfang des Landkreises auch weiterhin.

Vielen Dank und ein herzliches Willkommen an den ersten Bürger der Stadt Bad Schussenried, Herrn Achim Deinet. Danke, dass wir heute hier zu Gast sein dürfen. Mit Ihnen begrüße ich auch die Damen und Herren des Gemeinderates aus Bad Schussenried.

Aus dem Europäischen Parlament ist heute einmal mehr Herr Abgeordneter Norbert Lins unter uns. Herzlich willkommen. Aus dem Bundestag begrüße ich Herrn Abgeordneten Josef Rief und aus dem Landtag Herrn Abgeordneten Thomas Dörflinger.

Willkommen heißen möchte ich auch die Mitglieder des neuen Kreistages, der Ende Mai des vergangenen Jahres gewählt wurde und der sich im September konstituiert hat.
Fast die Hälfte der Mitglieder, 26, sind neu im Gremium, dem höchsten Organ des Landkreises. Das sind 45 Prozent, und das ist schon außergewöhnlich. Dazu noch ein paar statistische Fakten:

-    Wir sind kleiner geworden, mit 57 anstatt wie bisher 59 Mitgliedern.
-    Wir sind ein bisschen weiblicher als bislang, mit 11 statt 9 Frauen.
-    Wir sind vielfältiger geworden, mit sechs statt fünf Fraktionen.
-    Und wir sind um10 Jahre jünger geworden, von 60 Jahren im Durchschnitt auf nunmehr 50 Jahre.

Hier beim Neujahrsempfang sind heute alle Fraktionen mit ihren Sprechern bzw. Stellvertretern vertreten: Ich begrüße Roland Wersch, Mario Glaser, Franz Lemli, Dr. Anja Reinalter, Monika Koros-Steigmiller und Norbert Huchler bei uns. Ihnen allen, den ehemaligen Mitgliedern des Kreistags und auch allen anwesenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern ein herzliches Willkommen.

Die katholische Kirche ist heute präsent durch Dekan Sigmund Schänzle und die evangelische Kirche durch Dekanvertreter Pfarrer Gunther Wruck. Dekan a.D. Hellger Koepff lässt sich entschuldigen und sein Nachfolger, Pfarrer Matthias Krack aus Leonberg, tritt seinen Dienst zum 1. Mai 2020 an.

Herzlich begrüßen möchte ich auch die Präsidenten, Direktoren, Leiter und
Geschäftsführer von Bundeswehr, Gerichten, Behörden, Dienststellen, Hochschulen, Schulen, Verbänden, Krankenkassen und Unternehmen und die Chefärzte der Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH.

Wenn wir den Neujahrsempfang planen, machen wir uns immer Gedanken,
welches Thema gerade auf den Nägeln brennt, welchen Referenten, welche Referentin wir dazu einladen möchten und welche besonderen Menschen eine persönliche Einladung erhalten sollen.

Im vergangenen Jahr sprach der damals 24-jährige Philipp Riederle zum Thema „Die digitale Generation revolutioniert die Berufswelt“. Vor zwei Jahren, als wir „100 Jahre Frauenwahlrecht“ feierten, hatten wir Dr. Monika Hauser, die Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation medica mondiale und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, zu Gast.

Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren, am 9. Januar 2010, sprach mit Dr. Gerd Leipold der damalige Geschäftsführer von Greenpeace International zur Bedeutung der Biodiversität. Gerd Leipold wohnt wieder in Rot an der Rot und ist mittlerweile Vorsitzender des Hochschulrates der Hochschule Biberach.

Und in diesem Jahr ist Professor Dr. Josef Settele bei uns, den ich ganz herzlich in unserer Mitte begrüße. Professor Settele arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ – in Halle/Saale und ist Professor für Ökologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Die Region und Baden-Württemberg sind ihm vertraut, wuchs er doch in Marktoberdorf auf und studierte an der Uni in Hohenheim. Zusammen mit weiteren Expertinnen und Experten leitete er im Auftrag der Vereinten Nationen von 2016 bis 2019 die Erstellung des Berichts zum Zustand der Ökosysteme und der Artenvielfalt, der im Mai des vergangenen Jahres vorgestellt wurde und weltweite Aufmerksamkeit hervorgerufen hat.  Am 3. September 2019 war in der Schwäbischen Zeitung unter der Überschrift „Amsel, Drossel, Fink und Star auf dem Rückzug“ zu lesen, dass binnen 30 Jahren die Zahl von Vogel- brutpaaren am Bodensee um ein Viertel gesunken sei.

Die Entwicklung am Bodensee spiegele zugleich einen europaweiten Abwärtstrend von Insekten lebenden Vögeln wider. Bachstelze, Wiesenpieper oder Rauchschwalbe – durchschnittlich um 13 Prozent sank die Zahl dieser Vögel laut einer im März im Fachjournal „Conservation Biology“ veröffentlichten Studie.

In einem weiteren großen Artikel der Schwäbischen vom 18. Oktober 2019 warnen Forscher vor dem Rückgang der Artenvielfalt und seinen Auswirkungen auf das Ökosystem. Sie weisen in einer Arbeit für das Magazin „Scientific Reports“ darauf hin, dass es immer weniger Schmetterlinge im Südwesten gebe.

Über die Fakten und Folgen des Insektensterbens sprechen Sie, lieber Herr Prof. Dr. Settele. Schön, dass Sie da sind. Und weil wir Herrn Professor Dr. Settele zu diesem Thema als Gastreferenten engagieren konnten, haben wir zum diesjährigen Neujahrs- und Bürgerempfang die Vorsitzenden, Mitglieder und Engagierten der Umwelt- und Naturschutzverbände, des Schwäbischen Albvereins und des Deutschen Alpenvereins, die Ortsgruppen der Obst- und Gartenbauvereine, der Fischereiverbände eingeladen.

Ebenso unter uns sind Imker, Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftsschule, Mitglieder des Landschaftserhaltungsverbandes, die ehrenamtlichen Naturschutzwarte und Naturschutzbeauftragen und die Vorstandschaft des Bauernverbandes Biberach-Sigmaringen. Auch Ihnen ein ganz herzliches Willkommen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die eben erwähnte Studie des Weltbiodiversitätsrates bestätigt, worauf ein kleiner Verein von Insektenkundlern im niederrheinischen Krefeld 2013 als erstes aufmerksam gemacht hatte, und wofür die Medien weltweit nach einem Artikel in der Science 2017 („Where have all the insects gone?“) die drastischsten Worte fanden: „Das große Sterben“ (Spiegel Online), „The insect apocalypse“ (The New York Times),“the insect Armageddon“ (NBC) oder “Der globale Insektenzusammenbruch” (Spektrum der Wissenschaft).

Über einen Zeitraum von 24 Jahren hatte der erwähnte Verein die Biomasse fliegender Insekten untersucht. Sie war im Beobachtungszeitraum um mehr als 75 Prozent zurückgegangen.
Und ich denke, jede/jeder von Ihnen kann diese besorgniserregende Entwicklung mit eigenen Erfahrungen bestätigen.

Es ist noch gar nicht so lange her: Wenn wir früher im Sommer mit dem Auto über Land fuhren, war die Windschutzscheibe schnell mit den Überresten im Flug getroffener Insekten verklebt. Je höher die Geschwindigkeit des Autos, desto öfter musste man eine Tankstelle anfahren, um mit reichlich Wasser und Seifenlauge die klebrige Biomasse von den Scheiben zu putzen. Fuhr man danach wieder auf eine Schnellstraße oder Autobahn, passierte es, dass die Scheibe binnen weniger Minuten wieder genauso aussah.

Ich selbst bin viel im Land unterwegs. Auf den Kreis- und Landstraßen, auf den Bundesstraßen und Autobahnen. Die Alltagsbeobachtung, dass wir heute kaum noch anhalten müssen, um die Frontscheibe zu reinigen, habe auch ich gemacht. Wenn ich darüber nachdenke, finde ich dies erschreckend.

Ich bin mir durchaus bewusst ist, dass die heutigen Autos in der Aerodynamik anders gebaut sind als früher. Gleichwohl können wir mit etwas Aufmerksamkeit erkennen, dass sich Fauna und Flora deutlich verändert haben.

Lieber Professor Settele,

die Insekten, ihre Vielfalt, ihre Bedeutung für ein funktionierendes Ökosystem haben Sie schon als Kind fasziniert. Als Siebenjähriger haben Sie in Ihrer Heimat, Marktoberdorf im Allgäu, im Garten Schmetterlinge gesammelt. Ihre Mutter hat Ihnen dabei geholfen. Und selbst Ihren Zivildienst haben Sie den Insekten gewidmet, als Sie im Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim die entomologischen Belegsammlungen betreuten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ein Sprichwort sagt: „Der Mistkäfer ist in den Augen seiner Mutter eine Schönheit.“

Lieber Professor Settele, ich lehne mich jetzt ein bisschen weit aus dem Fenster: Wenn ich mir die Leidenschaft, mit der Sie sich für die Spezies engagieren, so ansehe, wage ich zu behaupten, dass der Mistkäfer auch in Ihren Augen eine Schönheit ist. Aber nicht nur der Käfer, sondern auch die ungezählten anderen Insekten, von denen der Biologe, Genetiker und Träger der Darwin-Medaille, John Burdon Sanderson Haldane (1892 – 1964) einmal vermutete, Gott habe eine übertriebene Schwäche für sie.

Lieber Professor Settele,

Sie kennen Insekten wie kaum ein anderer. Sie wissen um ihre immense Bedeutung.
Und: Sie können Ihr fundiertes Wissen in wunderbar unterhaltsame Worte fassen.

Ihre Begeisterung für alles, was da kreucht und fleucht, ist ansteckend. Und wer Ihnen zuhört, kann nicht anders, als ebenso fasziniert zu sein: Von den Schmetterlingen und Käfern, den Zweiflüglern und Hautflüglern, den Wanzen, Libellen, Heuschrecken und Zikaden. Und von ihrer Bedeutung für das gesamte Ökosystem, für die Landwirtschaft, für den Menschen. 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

im Landkreis Biberach rücken wir die Themen Klima-, Natur- und Artenschutz, Nachhaltigkeit immer noch mehr in den Fokus.
Wir haben vieles angestoßen und einiges erreicht. Wir müssen dennoch noch mehr tun, so selbstkritisch sind wir auch.

Die Ökologie ist den Kreisrätinnen und Kreisräten sehr wichtig. Als ich bei der ersten Sitzung des neuen Kreisrates im September 2019 die Kreisrätinnen und Kreisräte bat, mir ihre drei wichtigsten Themen für die Legislaturperiode zu nennen, wurde das Oberthema „Nach-haltigkeit“ am häufigsten genannt. 35 Prozent der genannten Themen ließen sich diesem Bereich zuordnen.

Es geht den Kreisräten um eine klima- und umweltfreundliche Mobilität, um den Klimaschutz, um Natur- und Umweltschutz allgemein. Für mich war dieses Ergebnis eine Bestätigung, dass wir in die gleiche Richtung denken. Dass wir – bei allem Wissen um die Bedeutung einer leistungsfähigen Wirtschaft – dieselben Themen priorisieren.

Und wir haben hier schon eine Menge auf den Weg gebracht:

Wir haben die Blühstreifen, wir beraten Bürgerinnen und Bürger, wie sie naturnahe Gärten anlegen und pflegen können, wie sie pestizidfrei gärtnern können. Wir haben ein Programm zur Förderung der Streuobstwiesen im Landkreis, wir haben den Landschafts-erhaltungsverband, wir sind Bio-Musterregion.

In der ersten Sitzung des neu gewählten Umwelt- und Technikausschuss hat die Mehrheit beschlossen, das Dach der neuen Straßenmeisterei in Laupheim zu begrünen. Damit wurden Mehrkosten von 80.000 Euro ausgelöst. Ein messbarer Beitrag für mehr Umwelt-, Arten- und Klimaschutz.

Ich wage die Behauptung aufzustellen, dass ein solcher Beschluss vor zehn Jahren anders aufgefallen wäre. Ich begrüße ausdrücklich den kurz vor Weihnachten ausgehandelten Kompromiss zwischen dem Umwelt-ministerium, dem Landwirtschaft-ministerium, den Initiatoren des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“, den Umwelt- und Naturschutzverbänden und dem Landesbauernverband, um den Artenschutz deutlich zu verbessern.

Es soll dabei unter anderem die Pestizidmenge bis 2030 um 40 bis 50 Prozent vermindert und der Anteil des Ökolandbaus an der Agrarfläche auf 30 bis 40 Prozent bis 2030 erhöht werden.

Wir werden uns auch darauf einstellen müssen, dass nicht jede öffentliche Grünfläche wie ein Wimbledonrasen aussieht, sondern insektenfreundlich gestaltet wird. Blühende Wildkräuter statt sattgrüner Kurzrasen. Die Schotterung von privaten Gärten wird in der Landes-bauordnung „geächtet“. Streuobstwiesen mit mehr als 1.500 Quadratmetern sind zu erhalten. Nur mit einer Genehmigung
dürfen Streuobstwiesen „umgewandelt“ werden.

Der Kompromiss wird jetzt in eine Gesetzesvorlage gegossen und muss vom Landtag noch verabschiedet werden. Möge dieser abgemachte Frieden, dieser ausgehandelte Kompromiss, in konkrete Maßnahmen münden, die wir hier vor Ort, in den Städten und Gemeinden und im Landkreis auch spüren.

Darauf warten wir aber nicht im Landkreis. 2020 werden wir eine Strategie zur Förderung der Biodiversität vorlegen. Wir sind gut unterwegs, wir unternehmen viel, um den Umwelt-, Natur- und Artenschutz voranzubringen. Wir können und wollen aber auch noch mehr tun, insbesondere dort, wo wir als Landkreis selbst handeln können.

Deshalb habe ich dem Kreistag vorgeschlagen, die Stelle eines Klimaschutzberaters einzurichten. Dieser Klimaschutzberater, diese Klima-schutzberaterin soll uns auf dem Weg zu einem klimaneutralen Landkreis unterstützen. Eine endgültige Entscheidung dazu trifft der Kreistag im Rahmen seiner Haushaltsberatung im Februar.

Das Klima, unser Klima, wird auch ganz entscheidend davon bestimmt, wie wir uns bewegen, wie unsere Güter von A nach B kommen. Stichwort Mobilität:

Auch wenn wir erst vor zwei Jahren einen Nahverkehrsplan verabschiedet haben, so will ich in diesem Jahr gemeinsam mit dem Kreistag, weiteren Organisationen und der Zivilgesellschaft ein umfassendes Mobilitätskonzept für den Landkreis auf den Weg bringen.

Wir brauchen mehr ÖPNV, bessere und passgenauere, auch individuellere Angebote, ich will aus Bürgersicht eine bessere Kosten-/Nutzenrelation, wir brauchen mehr und bessere Rad- und Fußwege, wir brauchen insbesondere einen ganzheitlichen Ansatz für die Mobilität der Zukunft im ländlichen Raum, im Landkreis Biberach.

Ich will, dass wir der Mobilitätsleuchtturm im Land werden: mit dem besten und umfassendsten Angebot zu günstigsten Preisen. Schiene, Bus, Elektromobilität mit allen Fahrzeugarten inkl. Bikes und Scootern, Sharing Modelle, Ruftaxis bis hin zu weiteren Verbesserungen im Fuß- und Radverkehr.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

der Landkreis Biberach ist ein starker Landkreis. Wir haben mit 2 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Land, wir sind schuldenfrei, wir investieren so viel wie noch nie.

Wir haben mittlerweile über 200.000 Einwohner. 2006 bei meinem Amtsantritt waren es rund 15.000 weniger und es wurde uns vom statischen Landesamt ein Rückgang der Einwohnerzahlen prognostiziert mit allen entsprechenden rückläufigen Veränderungen auf Baulandausweisungen, Kindergärten-plätze oder Schülerzahlen. Das Gegenteil ist der Fall. Es brummt an allen Ecken und Enden, überall gibt es Platzbedarf, gibt es eine hohe Nachfrage nach qualifiziertem Personal.

Seit 2006 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um über 30 Prozent von 63.000 auf 85.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Betriebe haben investiert, haben Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen. Die Menschen haben sich reingehängt und daran mitgewirkt, dass es uns immer besser geht. Dafür sind wir allen sehr dankbar.

Wirtschaftlich gesehen sind wir spitze. Das bestätigt uns auch eine aktuelle Studie des Wirtschaftsmagazins Focus-Money, die vor acht Tagen veröffentlicht wurde. Der Landkreis Biberach liegt an zweiter Stelle in ganz Deutschland. Vor uns liegt gerade Mal der Landkreis Pfaffenhofen in Bayern. Hinter uns folgen die Städte Regensburg und München.

Wir wollen aber auch auf dem Gebiet der Biodiversität, beim Klimaschutz, im Bereich der Mobilität und Nachhaltigkeit spitze sein. Als Landkreis und Landratsamt gehen wir mit einigen Beispielen voran. Für die Beschäftigten gibt es ein mitfinanziertes Jobticket. Wer sich als Mitarbeiter meines Amtes ein Fahrrad kauft und mit ihm zur Arbeit fährt oder was für seine Gesundheit tut, der erhält einen Zuschuss von 300 Euro.

Außerdem stellen wir zur Zeit die Fahrzeugflotte auf Elektrofahrzeuge um, in unserem Parkhaus gibt es ausreichend Lademöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger. Im Moment übernehmen wir sogar noch die Kosten dafür. Und im Übrigen bauen wir mit den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken und der EnBW sukzessive das Ladenetz auch in den Städten und Gemeinden aus.

Daran arbeiten wir als Gold-Zertifizierter European Energy - Landkreis sehr intensiv. Und wenn ich von wir spreche, dann meine ich den Kreistag als höchstes Organ des Kreises, die Kreisverwaltung, die Städte und Gemeinden und ich ermuntere Sie alle, uns auf diesem Weg in eine noch bessere Zukunft zu begleiten. Und was wir auf diesem gemeinsamen Weg in eine bessere Zukunft für unsere Insekten alles machen können, erfahren wir von Ihnen, lieber Herr Professor Dr. Settele.

Wir freuen uns sehr, zu hören, was wir tun können, damit Vielfalt und Fülle der Insekten nicht weiter zurückgehen, sondern sich die Entwicklung womöglich wieder umkehrt.

Und das sage ich ganz bewusst. Auch auf die Gefahr hin, dass wir künftig wieder häufiger die Windschutzscheibe putzen müssen. Oder beim Fahrrad-fahren die Mücke im Mund spüren.