Biberprojekt im Landkreis Biberach

Projektlaufzeit: 01.04.2016 - 31.07.2019

Projektträger: Landratsamt Biberach, Untere Naturschutzbehörde

Auftragnehmer: Josef Grom / Gerhard Schwab

Mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds gefördert aus zweckgebundenen Erträge der Glücksspirale.

 

 

Bildautor: Josef Grom

Der Biber wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in fast ganz Europa durch die Jagd ausgerottet. Seit 1990 wandert er wieder über die Donau in seine Biberreviere ein. Meist ergibt sich eine friedliche Koexistenz, jedoch kann es auch zu Konflikten kommen. In der biberfreien Zeit wurde eine Kulturlandschaft errichtet, die bis an den Rand der Gewässer intensiv genutzt wird. Inzwischen ist der Biber bis in die kleinsten Gewässer des Landkreises Biberach vorgedrungen und deshalb kommt es immer wieder zu Konflikten mit den angrenzenden Nutzungen, vor allem Landwirtschaft, Forst und Verkehr.

Um an diesem Punkt anzusetzen, förderte die Stiftung Naturschutzfonds das Biberprojekt. Hierbei sollte mit einem neu erarbeiteten Konzept aufgezeigt werden, wie ein Zusammenleben zwischen Mensch und Biber weitgehend konfliktfrei möglich sein kann. Zunächst musste diskutiert werden, welche Rahmenbedingungen in Hinsicht auf das Zusammenleben nötig sind, um dieses für beide Seiten akzeptabel zu gestalten. Das Konzept macht hierzu Vorschläge und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie dies ausgestaltet werden kann.

Ziel des Biberprojekts ist es, das aktuelle Bibervorkommen im Landkreis Biberach zu erfassen. Des Weiteren sollen konkrete und präventive Umsetzungsmöglichkeiten für praktische Schutzmaßnahmen erarbeitet werden. Dadurch sollen die Biberlebensräume dauerhaft gesichert und optimiert werden. Außerdem können so Konflikte im Vorfeld vermieden werden. Durch die Öffentlichkeitsarbeit zum Biber soll die Akzeptanz für diese Tierart verbessert werden.

Grundlage des Projekts war eine aktuelle Bestandsfassung des Bibers durch die ehrenamtlichen Kartierer. Dabei wurden in den 45 Gemeinden des Landkreises insgesamt 264 Biberreviere festgestellt, was rund 1.000 Tieren entsprechen kann. Die Projektkoordinatoren Josef Grom und Gerhard Schwab überprüften die erhobenen Daten im Gelände und nahmen mit Hilfe eines vierstufigen Modells und unter Einbeziehung der bisher bekannten Probleme eine überschlägige Kategorisierung der Biberreviere vor. Unter anderem wurden in zwei Best-Practice-Beispielen als Sofortmaßnahme eine steuerbare Dammdrainage eingebaut, bei der über einen Grundablass zeitweise das Wasser abgelassen werden kann, damit die Drainagen keine Schäden nehmen. Nachhaltige Lösungen der Biberkonflikte durch Kauf oder Tausch von Flächen werden in der Praxis nur selten erreicht, da die Konkurrenz um die Flächen im Landkreis allgemein sehr groß ist. Vier gelungene Beispiele bei Langenenslingen, Bihlafingen und Orsenhausen werden als Best-Practice-Beispiele vorgestellt.

Ansprechpartner

Landratsamt Biberach

Untere Naturschutzbehörde

Beate Huber

Tel.: 07351 52-6479

E-Mail: beate.huber(at)biberach.de

 

Ehrenamtliche Biberberater/innen im Landkreis Biberach

Die Biberberater/innen mit ihren Gebietszuständigkeiten im Landkreis Biberach finden Sie hier.

 

Ansprechpartner Bibermanagement des Regierungspräsidiums Tübingen

Die Ansprechpartner des Regierungspräsidiums Tübingen finden Sie hier.