Prostitution

Ausgangssituation und neue gesetzliche Regelung

In Deutschland ist die freiwillige Prostitution durch Erwachsene sowie deren Nachfrage zulässig. Aktuell gibt es keine verlässliche Statistik über die Zahl der Prostituierten, sondern nur Schätzungen. Hierbei geht man davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Prostituierten weiblich ist, aber auch Männer und Jungen bieten sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung an. Zudem gehen Fachberatungsstellen davon aus, dass ein Großteil aller Prostituierten ausländischer Nationalität ist und vorwiegend aus Osteuropa stammt.

Zum 1. Juli 2017 ist das Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen in Kraft getreten. Intention des Gesetzes ist es, grundsätzlich vor Menschenhandel und Zwangsprostitution zu schützen, aber auch die Situation der Prostituierten zu verbessern.

Ein weiteres Ziel ist es, das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Prostituierten zu stärken, Arbeitsbedingungen zu verbessern, gefährliche Erscheinungsformen der Prostitution zu verdrängen sowie Kriminalität in der Prostitution wie Menschenhandel, Gewalt und Ausbeutung von Prostituierten und Zuhälterei zu bekämpfen.

Kernelemente des Gesetzes sind dabei:

  • Einführung einer behördlichen Anmeldepflicht der Tätigkeit als Prostituierte/Prostituierter 
  • Gesundheitliche Beratung von Prostituierten in regelmäßigen Abständen 
  • Erlaubnispflicht für den Betrieb eines Prostitutionsgewerbes.

 

Ausstieg aus der Prostitution

Ein wichtiges Ziel der Gleichstellungspolitik ist es, Frauen und Mädchen sowie Männern und Jungen in der Prostitution Möglichkeiten zum Ausstieg aus der Prostitution zu eröffnen und ein Abgleiten in jegliche Abhängigkeiten zu verhindern. Mit dem neuen Prostituiertengesetz soll der Zugang zu Unterstützung und Beratung für Prostituierte verbessert werden und ein Impuls für den Ausbau von Beratungsangeboten gegeben werden.

Weiter Informationen unter: www.bmfsfj.de/prostituiertenschutzgesetz 

 

Hilfs- und Beratungsangebote

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ können Frauen, die von Gewalt in betroffen oder bedroht sind, unter der bundesweiten Telefonnummer 08000-116 016 anrufen. Das Hilfetelefon berät ebenfalls rund um die Uhr und kostenlos Betroffene bei Gewalt in der Prostitution oder gegen Prostitution sowie in Fällen von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Die Beratung ist anonym und vermittelt bei Bedarf Anlaufstellen vor Ort. Das Hilfetelefon steht auch männlichen Anrufern zur Verfügung.

Beratungsstellen für Prostituierte

  • Ela- Beratungsstelle für Frauen in Prostitution, Furttenbachstraße 14, 89077 Ulm, Telefon: 0731/37331, E-Mail: info(at)aidshilfe-ulm.de 
  • Beratungsstelle für männliche Prostituierte, Café Strich-Punkt, Jakobstraße 3, 70182 Stuttgart, Telefon: 0711/67212448, E-Mail: cafe-strich-punkt(at)aidshilfe-stuttgart.de
  • Beratungsstelle für Prostituierte (Männer und Transsexuelle), Gesundheitsamt Stuttgart, Schlossstraße 91, 70176 Stuttgart, Telefon: 0711/2159447, E-Mail: streetwork-gesundheit(at)stuttgart.de
  • Beratungsstellen für den Ausstieg aus der Prostitution, Frauenunternehmen ZORA gGmbH, Stöckachstraße 16, 70190 Stuttgart, Telefon: 0711/268435-23, E-Mail: frauenunternehmen(at)zora-ggmbh.de