Ergebnisse des landkreisweiten Impfchecks der 6. Klassen 2018

Impfungen sind auch heute noch eine der wirksamsten Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten. Unmittelbares Ziel der Impfung ist es, den Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen. Bei Erreichen hoher Impfquoten ist es möglich, einzelne Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich weltweit auszurotten. Bei den Impflücken mancherorts, insbesondere in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ist mit weiteren Ausbrüchen und damit auch schweren Verläufen zu rechnen. 2017 gab es mit 929 Masernfällen in Deutschland dreimal mehr Infizierte als 2016. Erst, wenn eine Durchimpfungsrate für Masern von 95% (2-malige Impfung) für die Zielgruppe (Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach 1970 geboren) erreicht ist, besteht tatsächlich die Chance der Ausrottung.

Die Kommunale Gesundheitskonferenz im Landkreis Biberach hat sich deshalb die Steigerung der Masern-Impfquote zum Ziel gesetzt. Um dies zu erreichen und gleichzeitig die Impfquoten für alle durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen zu verbessern, führte das Kreisgesundheitsamt während der ersten Schulwochen des Schuljahres 2018/2019 einen freiwilligen Impfcheck bei den 6.-Klässlern an allen Schulen des Landkreises durch. Hierfür konnten die Schüler ihren Impfpass zur Durchsicht vorlegen und erhielten eine schriftliche Auswertung und individuelle Impfempfehlung.

Von den 1989 Schülern im Alter von 10-14 Jahren legten 1188 Kinder und Jugendliche ihre Impfdokumentation vor. Dies entspricht einer Teilnahmequote von 59,7%. Ein vollständiger Impfstatus nach aktueller Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes hatten lediglich 714 Kinder und Jugendliche (60,1% der Teilnehmer).

Die häufigsten Impflücken mit zum Teil deutlichen regionalen Unterschieden innerhalb des Landkreises bestanden für Meningokokken C, einem Erreger der eitrigen Hirnhautentzündung, sowie für Windpocken und Hepatitis B (s. Abbildung 1).

Abbildung 1: Darstellung des Anteils der Kinder, welche am Impfcheck 2018 teilnahmen und keinen Impfschutz für Hirnhautentzündung (durch Meningokokken C), Windpocken, Hepatitis B hatten. Die Darstellung erfolgt gegenüberstellend für die Regionen des Landkreises Biberach (West: Riedlingen, Ertingen; Süd: Federsee-Region, Bad Schussenried, Bad Buchau; Ost: Ochsenhausen, Illtertal; Nord: Laupheim, Mietingen, Schwendi; Biberach: Biberach, Ummendorf, Schemmerhofen).

Die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung lag bei >97% der Teilnehmer vor. Die empfohlene Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten im Alter von 5-6 Jahren wurde dagegen wieder mit zum Teil deutlichen regionalen Unterschieden in bis zu 30% nicht durchgeführt (s. Abbildung 2).

Abbildung 2: Darstellung des Anteils der Kinder, welche am Impfcheck 2018 teilnahmen und keine Auffrischimpfung im Alter von 5-6 Jahren für Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten erhielten. Die Darstellung erfolgt gegenüberstellend für die Regionen des Landkreises Biberach (West: Riedlingen, Ertingen; Süd: Federsee-Region, Bad Schussenried, Bad Buchau; Ost: Ochsenhausen, Illtertal; Nord: Laupheim, Mietingen, Schwendi; Biberach: Biberach, Ummendorf, Schemmerhofen).

Im Gegensatz dazu lag bei 95,4% der Kinder und Jugendlichen ein vollständiger Schutz gegen Masern, Mumps und Röteln durch zwei Impfungen vor. Einen fehlenden bzw. unvollständigen Impfschutz (= eine Impfung) gegen Masern, Mumps und Röteln hatten 4,8 % der teilnehmenden Kinder. Der Impfstatus für Masern, Mumps und Röteln der Kinder, welche nicht an dem Impfcheck teilnahmen (40,3% des Jahrgangs) ist allerdings unbekannt.

Wenn das Gesundheitsamt eine Impflücke in einem vorgelegten Impfpass entdeckt hatte oder wenn der Impfpass nicht abgegeben wurde, erhielten die Eltern ein Schreiben, in dem sie auf nachzuholende Impfungen aufmerksam gemacht. Die Familien können damit zum Haus- oder Kinderarzt gehen und gegebenenfalls Impfungen nachholen bzw. dort das Impfbuch vorlegen. Die Kinder- und Hausärzte melden dem Gesundheitsamt bis Ende 2018 zurück, wenn Kinder und Jugendliche aufgrund des Impfchecks ihren Haus- oder Kinderarzt aufsuchen. Bisher erhielt das Gesundheitsamt bereits viele Rückmeldungen.

Mit dem Projekt hat das Gesundheitsamt somit erreicht, dass das Thema Impfen in das Bewusstsein der Kinder, Jugendlichen und deren Familien gerufen wird und dass fehlende Impfungen bei einigen Sechstklässlern nachgeholt wurden.

Datenschutz

Das Gesundheitsamt Biberach nimmt den Schutz der personenbezogenen Daten Ihrer Kinder sehr ernst und hält sich streng an alle geltenden Gesetze und Vorschriften zum Datenschutz.

Die Erhebung von personenbezogenen Daten im Rahmen der Sichtung der Impfpässe erfolgt rechtmäßig auf gesetzlicher Grundlage (Art. 6 Abs. 1 lit. c) EU DS-GVO). Die Verarbeitung der Bögen über Impfungen erfolgt in anonymisierter Form, sodass sich keine Rückschlüsse auf eine bestimmte Person ziehen lassen.

Die Ergebnisse der Erhebung werden vom Gesundheitsamt Biberach ausgewertet und in anonymisierter Form gespeichert. Die Daten werden strikt vertraulich behandelt und es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Sie sind gemäß § 15 EU DS-GVO jederzeit berechtigt, gegenüber dem Gesundheitsamt Biberach um umfangreiche und unentgeltliche Auskunftserteilung zu den zu Ihrem Kind gespeicherten Daten zu ersuchen.