Blauzungenkrankheit

 

                                                                                                                    (Foto Benesch)

In einer Monitoring-Blutprobe eines Rindes aus einem Milchvieh-Betrieb im Landkreis Rastatt wurde durch die Experten des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) das Blauzungen-Virus (Typ BTV 8) nachgewiesen. Daraufhin wurde am 12.12.2018 der Ausbruch der Blauzungenkrankheit in diesem Betrieb amtlich festgestellt. Das gesamte Bundesland Baden-Württemberg wird als Restriktionsgebiet ausgewiesen (150 km Radius). Die seit 2011 geltende Freiheit von Blauzungenkrankheit ist somit erloschen. 

Für das gesamte Sperrgebiet gelten Handelsbeschränkungen und weitere Auflagen. Die entsprechende Allgemeinverfügung für den Landkreis Biberach wird am 17.12.2018 auf der Homepage des Landratsamts veröffentlicht und ist ab dem 18.12.2018 gültig. Die Handelsrestriktionen gelten somit für Betriebe im Landkreis Biberach ab dem 18.12.2018. 

Allgemeinverfügung Blauzunge für den Landkreis Biberach

Die Erkrankung ist gefährlich für Rinder, sowie Schafe, Ziegen, Wildwiederkäuer und Neuweltkameliden (Lamas, Alpakas). Alle Halter dieser Tierarten werden aufgefordert, sich beim Veterinäramt zu melden, sofern sie dort noch nicht registriert sind.

Übertragen wird sie durch bestimmte Stechmücken (Gnitzen). Da es inzwischen schon Nachweise von infizierten Gnitzen im Winterhalbjahr gibt, kann auch nicht mehr von einer überträgerfreien Zeit gesprochen werden. Für den Menschen sowie für Hunde, Katzen und Pferde besteht keinerlei Gefahr.

Die Symptome der Erkrankung sind Fieber, Entzündungen der Kopf- Maul- und Speiseröhrenschleimhaut, Zitzen und Klauen (Kronsaum). Von außen erkennbar sind Schwellungen im Kopfbereich (Lippen, Ohren, Zunge), die durch die Blaufärbung der Zunge aufgrund von Durchblutungsstörungen der Krankheit ihren Namen gegeben haben. Die Krankheitserscheinungen erkrankter Tiere können von leichten Symptomen bis hin zu einer schweren Erkrankung reichen.

Es gibt keine ursächliche Behandlung, eine Therapie beschränkt sich auf die Bekämpfung von Entzündungen und Schmerzen sowie allgemeine Pflege (Aufstallen, weiches Futter etc.). Schutz vor der Erkrankung bietet allein die Impfung. Es sind verschiedene Impfstoffe bereits auf dem Markt, neue Impfstoffe sollen im Frühjahr 2019 zugelassen werden.

Derzeit ist kein BTV-8-Impfstoff für Rinder mehr verfügbar. Ziegen, Damwild und Kameliden sollen mit dem  Schaf-/Rinderimpfstoff geimpft werden.

 

 

Regelungen zum Verbringen von Rindern:

Die Einrichtung eines saisonal vektorfreien Zeitraums ist derzeit nicht möglich, da die entsprechenden entomologischen Erkenntnisse im Sperrgebiet fehlen. Das Verbringen nicht geimpfter empfänglicher Tiere aus dem BTV-8-Sperrgebiet in das freie Gebiet ist somit derzeit nicht möglich.

 Innerhalb des Restriktionsgebiets:

             Ein Verbringen von Wiederkäuern innerhalb der Restriktionszone ist möglich, unter der Voraussetzung, dass die Tiere keine klinischen Anzeichen einer Blauzungenerkrankung aufweisen.

 

 Schlachttiere zu einem Schlachthof außerhalb des Restriktionsgebiets:

 

Tiere, die zur unmittelbaren Schlachtung bestimmt sind und in deren Herkunftsbetrieb innerhalb von mindestens 30 Tagen kein Fall von Blauzungenkrankheit aufgetreten ist, sind vom Verbringungsverbot aus dem Restriktionsgebiet ausgenommen, soweit das Veterinäramt die geplante Verbringung der für den Schlachthof zuständigen Behörde mindestens 48 Stunden vor Beginn der Verladung gemeldet hat.

 

à Bitte melden Sie geplante Schlachttiertransporte mit dem folgenden Formular per E-Mail (vetamt@biberach.de) oder Fax (07351/52-6186) beim Veterinäramt Biberach an. Die Meldung muss bei uns eingehen spätestens einen Werktag vor Ablauf der 48 Stunden Frist (Mo-Do bis 12 Uhr, Fr bis 10 Uhr).

Formular Anmeldung Schlachtung außerhalb des Restriktionsgebiets

 Geimpfte Tiere in einen Betrieb außerhalb des Restriktionsgebiets:

             Ein Verbringen aus der Restriktionszone ist vom Verbringungsverbot ausgenommen, wenn die Tiere eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

 

  1. Sie wurden mindestens 60 Tage und maximal 1 Jahr vor der Verbringung geimpft (Abschluss der Grundimmunisierung)

  2. Sie wurden mindestens 35 Tage vor der Verbringung geimpft (Abschluss der Grundimmunisierung) und mit negativem Ergebnis auf das Virus der Blauzungenkrankheit untersucht. 

  3. Die Nachimpfung erfolgte fristgerecht nach Angaben des Impfstoffherstellers.

 Kälber ohne gültigen Impfschutz in einen Betrieb außerhalb des Restriktionsgebiets:

 

Die Tierhaltererklärung für das Verbringen von Kälbern, die von wirksam geimpften Mutterkühen geboren wurden und in den ersten Lebensstunden Kolostralmilch ihrer Mütterkühe bekommen haben, wird von allen Bundesländern anerkannt. Die Tierhaltererklärung wird jedoch auf ein Lebensalter der Kälber von 3 Monaten (90 Tage) abgesenkt.

à Kälber ungeimpfter Muttertiere können nur innerhalb der Restriktionszone verbracht werden (Südwestdeutschland, Frankreich)

Tierhaltererklärung zum innerstaatlichen Verbringen von Kälbern in einem Alter von bis zu 90 Tagen


Weitere Informationen:

Allgemeinverfügung Blauzunge für den Landkreis Biberach

Tierhalterantrag

Pressemitteilung MLR

Friedrich-Löffler-Institut (FLI)

Untersuchungsamt Aulendorf (STUA)

Blauzunge FAQ

Fachliche Informationen zur Blauzungenimpfung

 

 

 

 

Informationen über den Pferdepass

Kontakt

Zentrale Anlaufstelle

Telefon 07351 52-6180
Telefax 07351 52-5186

vetamt(at)biberach.de

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Im Formulare Center stehen die wichtigsten Formulare für Sie zum Download bereit.