Rede des Landrats anlässlich der Einweihung der Kilian-von-Steiner-Schule am 28. September 2012 in Laupheim

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Schulleiter Roosz,
lieber Herr Bürgermeister Kapellen, Abgeordnete,
sehr geehrte Damen und Herren des Kreistages,
Herr King vom Regierungspräsidium Tübingen,
werte Geistlichkeit mit Pfarrer Hermann und Pfarrerin Servatius,
Herr Architekt Hotz, Ingenieure, Handwerker, am Bau beteiligten Unternehmen,
Kollegium, Schülerinnen und Schüler,
Vertreter der Medien,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlichen Dank Irina Roosz und Lukas Brenner, zwei Studentinnen der Musikhochschule Stuttgart für den schönen musikalischen Auftakt. Von den beiden jungen Musikerinnen hören wir heute noch mehr.

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“, sagte einst der griechische  Philosoph Demokrit. Und ich bin wirklich glücklich, nach dem mutigen Schritt, den wir mit der Erweiterung und Sanierung der Kilian-von-Steiner Schule getan haben. Glücklich, weil ich heute mit Ihnen dieses Projekt offiziell einweihen darf. Zu dieser Einweihung heiße ich Sie alle sehr herzlich willkommen.

Bis zuletzt wurde fieberhaft und mit Hochdruck daran gearbeitet, dass wir heute feiern können. Und es ist wie immer: wir feiern vorne die Einweihung und durch den Hinterausgang verlassen die letzten Handwerker das Gebäude. So muss es sein.

Die ersten Wochen der Feuertaufe sind bestanden. Wenn man sieht, was seit dem Spatenstich am 7. Oktober 2009 entstand, dann können alle, die in irgendeiner Art und Weise daran mitwirkten, stolz auf die Erweiterung und Sanierung sein.

Beim Spatenstich vor fast genau drei Jahren sagte ich, er stehe für Neubeginn, Veränderung und Weiterentwicklung. Sie, liebe Gäste, können sich selbst davon überzeugen, was wir Neues geschaffen haben, was verändert wurde und wo wir als Kreis, als Schulträger, die Weichen für die Weiterentwicklung der Schule stellten. Dabei orientierten wir uns an der obersten Maxime der Schule: Das Ausbildungsangebot muss sich nach den Bedürfnissen der regionalen Ausbildungsbetriebe richten, junge Menschen müssen an der Schule hervorragend für den anschließenden Berufs- oder Studienabschnitt vorbereitet werden.

Als Schulträger begleiten wir diese Maxime mit der sachlichen und räumlichen Ausstattung. Bestes Beispiel ist die Erweiterung und Sanierung dieser Schule:

Im Neubau befinden sich insgesamt sieben komplett neue Laborräume mit dazugehörigen Nebenräumen. Außerdem wurden zwei EDV-Räume, ein Firmenübungsraum und ein Raum für den Lernfeldunterricht eingerichtet. Die naturwissenschaftlichen Räume und Labore entsprechen dem Standard, den die Schülerinnen und Schüler auch in den regional ansässigen Industriebetrieben haben. Der Übergang von der Schule zum Beruf fällt somit leichter, Unternehmen und Schule arbeiten Hand in Hand, das duale Ausbildungssystem bietet hier optimale Voraussetzungen.

Ein Meilenstein in ihrer Entwicklung erfuhr die Schule durch die Einrichtung eines Technischen Gymnasiums im vergangenen Schuljahr. An dem neuen Technischen Gymnasium werden die Profile Umwelttechnik (TGU) sowie Technik und Management (TGTM) angeboten. Den Schülern bietet sich so die Möglichkeit, sich auf ihre persönlichen Fähigkeiten zu spezialisieren. Mit Erreichen des Abiturs erhalten die Jugendlichen dadurch hervorragende Chancen auf entsprechende Studien- und Ausbildungsplätze im naturwissenschaftlichen Bereich. Gerade in Zeiten des bevorstehenden und viel zitierten Fachkräftemangels, kommt diesen sogenannten MINT-Fachbereichen (Fachgebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) in Zukunft eine besondere Bedeutung und somit auch Nachfrage zu.

Neben den naturwissenschaftlichen und gymnasialen Angeboten liegt ein weiteres Hauptaugenmerk der Schule in den technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufen. Auch hier wurden durch die räumliche Erweiterung und Sanierung der Werkstätten sowie der Theorieräume optimale Ausbildungsvoraussetzungen geschaffen. So wurden in den Werkstätten der Kfz-Bereich erweitert, neue Schweißarbeitsplätze geschaffen, eine Universalwerkstatt angebaut und ein neuer Raum für die Automatisierungstechnik erstellt.

Die neu beschafften hochwertigen Dreh- und Fräsmaschinen oder auch die neuen Schweißkabinen bieten im Rahmen des dualen Schulsystems höchste Ausbildungsstandards.

Insgesamt bildet die Schule mit ihrem vielfältigen und spezialisierten Angebot eine hervorragende Ergänzung zum Kreis-Berufsschulzentrum in Biberach.

 
Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Lernerfolg allein stellt sich nicht nur durch engagierte Lehrerinnen und Lehrer ein, die zusammen mit den Betrieben und motivierten Schülerinnen und Schüler voran kommen wollen. Gerade die Schülerinnen und Schüler verbringen heute immer mehr Zeit an der Schule. Deshalb lag ein Augenmerk bei der Erweitung und Sanierung auch auf dem allgemeinen Lernumfeld mit dem Pausenhof und Kunst am Bau.
 
Für die Kunst am Bau der Kilian-von-Steiner-Schule wurde die Bronzeplastik „Junger Adler“ von Josef Henselmann aus dem Jahr 1978 restauriert und am Eingangsbereich neu aufgestellt.

Dreidimensionale Baumscheiben, erschaffen von dem in Biberach geboren Bildhauer Oliver Braig, lockern den Schulhof auf. Die farbig gestalteten Kunstwerke spiegeln die Farben im Schulgebäude wider und stehen so im Dialog zum Farbkonzept im Inneren der Schule. Man sieht diese Baumsilhouetten von hier. Oliver Braig ist unter uns und wenn Sie wollen, kann er im persönlichen Gespräch sicherlich sein Kunstwerk noch näher erläutern.

Liebe Gäste,

Neubeginn, Veränderung und Weiterentwick-lung heißt für uns in allen Objekten des Landkreises, energetisch nachhaltig und umweltbewusst zu handeln. Vor diesem Hintergrund haben wir bei der Erweiterung und Sanierung der Kilian–von-Steiner Schule durchaus Maßstäbe gesetzt. Hier drei Beispiele:

1. Für die Wärmeerzeugung wurde im Untergeschoss des Gebäudes eine Holzpelletheizung eingebaut. Die Wärme erzeugen wir zu 100% regenerativ. Die Kühlung der EDV-Räume und des Serverraums erfolgt über das Grundwasser.

2. Den Altbau haben wir entsprechend der Energieeinsparverordnung gedämmt. Die Wärme bleibt in den Räumen. Zusammen mit der  Wärmerückgewinnung wird der Energie-verbrauch für den Altbau um 70 % reduziert.

3. Auf dem Dach des Erweiterungsbaus ist eine Photovoltaikanlage installiert. Sie produziert über 43.000 Kilowatt Strom pro Jahr. Somit spart das Gebäude nicht nur Energie, sondern produziert diese auch noch.

Durch alle Maßnahmen wie Energieeinsparung und regenerative Energien sparen wir jährlich 90 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich darf mich zum Schluss meiner Ausführungen bei allen bedanken, die dieses Projekt planten, ausführten und abwickelten.

Der Dank gilt allen Beteiligten, neben den Ingenieuren, Planern und Handwerkern insbesondere den Architekten Matthias Hotz, Gabriele Oesterle und Jens Michalke, dem Bauleiter Uwe Fischbach und den Fachplanern vom Ingenieurbüro Spleis und Ingenieurbüro Neher und Butz.

Ein herzliches Vergelt´s Gott gilt der Schule mit Schulleiter Michael Roosz an der Spitze. Der Schulbetrieb wurde in den letzten drei Jahren Bauzeit von Lärm und Dreck begleitet. Die Leidensfähigkeit von Schülern, Lehrern sowie dem Hausmeister- und Reinigungsteam um Albert Jans wurde hier doch stark strapaziert. Es waren immer wieder viel Geduld und gute Nerven gefragt.

Ein weiterer Dank gebührt dem Kreistag für die Bereitstellung der finanziellen Mittel in Höhe von 13,5 Millionen Euro und dem Land Baden-Württemberg – heute vertreten durch Schulreferent Herrn Reinhard King - , für den Zuschuss in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro nach dem Schulbauförderprogramm. Gut angelegtes Geld ganz im Sinne von John F. Kennedy: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.“

Zuletzt sage ich Danke Herrn Kreiskämmerer Ralf Miller und Herrn Holger Thiessen, Leiter des Amtes für Liegenschaften und Gebäude im Landratsamt. Sie beide haben die Bauherrenseite hervorragend vertreten.

Ich bin glücklich und freue mich Ihnen, Herr Roosz, dem gesamten Lehrerkollegium, den Verwaltungsangestellten und den jetzigen, sowie den zukünftigen Schülern dieses hochmoderne Schulgebäude - nun ohne Baulärm - überlassen zu dürfen. Der Kreis hat mit dieser Sanierung und Erweiterung ein klares und deutliches Zeichen für den Schulstandort und eine mögliche Große Kreisstadt Laupheim gesetzt.