Rede des Landrats anlässlich der Maibaumprämierung am 18. Mai 2009 im Bierkrugstadel Bad Schussenried

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Dr. Krohn sowie Herrn Mäule von der Schwäbischen Zeitung,
sehr geehrter Herrn Schmid von der Schussenrieder Brauerei,
sehr geehrter Herr Frey, Herr Deeng sowie Herrn Beck als Mitglieder der Jury,
liebe Vertreter der teilnehmenden Gruppen.

Sie gehören zum Mai wie die Maiandachten oder die Eisheiligen. Die Rede ist von den mit Kränzen, Girlanden, Bändern oder Zunftzeichen geschmückten Maibäumen, die auf den Dorfplätzen in der Region stolz in die Höhe ragen und für Besucher weithin sichtbar sind.

Doch keiner gleicht dem anderen, wie ich bei meinen zahlreichen Fahrten durch den Landkreis feststellen darf. Und genau das macht diese schöne Tradition auch aus. Vielfalt, Tradition, aber auch Gemeinsinn und Kameradschaft.

Ganz früher hatte der Maibaum etwas mit dem Baumzauber unserer keltischen Vorfahren zu tun und sollte gegen Blitzschlag, Unglück und Hexerei helfen. Schließlich ist der 1. Mai auch der Tag der Walpurgisnacht. Und auch die alten Rittersleut' sind in den Wald gezogen, um den "Maien" zu suchen. Allerdings: Im Jahr 1634 wurde das Maibaum-Aufstellen untersagt als ein "unflätig, unchristlich Ding".

Genützt hat das nichts, der Maibaum hat alle Verbote überlebt. Aufgeklärte Kirchenleute haben den geschmückten Pfahl schließlich als sichtbares Zeichen für Gottes Segen erkannt, und heute feiern wir den Maibaum als wertvolles Traditionsgut.

So auch im Landkreis Biberach.

Ich danke allen teilnehmenden Organisationen, Vereinen und Gruppierungen. Heuer waren es 45 Gruppen, die sich der Wahl gestellt und tagelang an dem Schmuckstück geschnitzt, gekranzt, gemalt und geschmückt haben.

Es freut mich sehr, dass es die Reservistenkameradschaft Reinstetten dieses Jahr endlich geschafft hat, den ersten Platz zu belegen. Sie erinnern sich sicherlich noch alle an letztes Jahr, als eine Windhose am 5. Mai die Spitze des Maibaums abgebrochen hat, so dass die Jury leider Gottes auf eine Bewertung verzichten musste.

Auch in den Vorjahren war Reinstetten immer ganz oben mit dabei:

  • 2007:   3. Platz
  • 2006:   2. Platz
  • 2005:   2. Platz
  • 2003:   3. Platz

Ich habe fast schon gedacht, Sie haben Michael Ballack in Ihrem Team und deshalb noch nie den Titel geholt.

In diesem Sinne ganz herzlichen Glückwunsch zum diesjährigen Sieg, Sie haben es sich verdient.

Auch die weiteren Gruppen, die auf dem Treppchen stehen sind teilweise auch keine Unbekannten.

Den 2. Platz teilen sich

  • Brauchtumsfreunde Birkenhard
  • Dorfgemeinschaft Eichenberg

Den 3. Platz teilen sich

  • Dorfgemeinschaft Winterreute
  • Feuerwehr/Gartenfreunde Kirchberg


Gerne unterstütze ich die Siegergruppen wieder mit einem Scheck,

  • der Sieger bekommt 100 Euro,
  • die Zweitplatzierten jeweils 50 Euro und
  • die Drittplatzierten jeweils 25 Euro.

Freundlicherweise unterstützt die Schussenrieder Brauerei wieder die Teilnehmer mit Flüssigem, so dass einem Siebengängemenü nichts mehr im Wege stehen dürfte: sechs Flaschen Bier und ein Leberkäse.

Ein herzliches Vergelt`s Gott an dieser Stelle auch an die Jury

  • Kurt Frey von der Öchsle-Gesellschaft
  • Otto Deeng, Regionenvertreter im Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg
  • Hans Beck, Biberacher Forstdirektor

Sie haben wieder viele Kilometer zurückgelegt und die Maibäume genauestens unter die Lupe genommen. Die knappen Ergebnisse verdeutlichen die Schwierigkeit, eine gerechte Bewertung vorzunehmen und oftmals kommt ein Kompromiss zustande und es entscheiden Nuancen.

Zu guter letzt danke ich den Sponsoren dieser schönen Veranstaltung

  • Schwäbische Zeitung (Herr Dr. Krohn, Herr Mäule)
  • Schussenrieder Brauerei (Herr Schmid)

Ich freue mich schon auf das kommende Jahr und hoffe, dass dann alle Spitzen oben bleiben und dass wir vor Unwettern verschont bleiben. Heuer fielen ja wieder einige dem Sturm zum Opfer.

Vielleicht muss die Kirche den Wettersegen, der derzeit ja wieder gebetet wird, wie folgt abändern:

Vor Blitz, Hagel, Ungewitter und herabstürzenden Maibaumspitzen,
Bewahre uns Herr Jesus Christus.

In diesem Sinne danke ich Ihnen allen für die Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb, wünsche nun einen schönen und vergnüglichen Abend, für die Zukunft weiterhin alles Gute und bis spätestens nächstes Jahr, wenn wir wieder den Sieger des Maibaumwettbewerbs gründen. Einen schönen Abend noch.