Rede des Landrats anlässlich des Festabends des Kreismusikfestes am 2. Mai 2009 in Dettingen

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Steinhauser,
lieber Herr Bürgermeister Ruf,
sehr geehrter Herr Blasmusikkreisverbandsvorsitzender Reklau,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

es ist nur wenige Wochen her, seit ich zum letzten Mal hier in Dettingen zu Gast war. Beim Gemeindebesuch Ende März ließ es sich der Musikverein Dettingen trotz der anstrengenden Vorbereitung auf’s Kreismusikfest nicht nehmen, vor dem Rathaus zu einem Ständchen aufzuspielen. Sie haben mir damit eine große Freude bereitet und in dieser positiven Erinnerung bin ich auch heute wieder nach Dettingen gekommen, um mit Ihnen zu feiern und dem MV Dettingen zu gratulieren.

Und es gibt wahrlich mehrere Gründe, dem MV Dettingen heute zu gratulieren. Präzise ausgedrückt sind es drei Gründe, auf die ich jetzt kurz eingehen möchte.

Zum ersten gratuliere ich dem MV Dettingen zur Ausrichtung des Kreismusikfestes. Nach 1959 und 1984 richten Sie, lieber Herr Steinhauser, zusammen mit Ihren Mitgliedern das Kreismusikfest aus. In nicht einmal zwei Wochen geht’s los und Dettingen wird dann der Mittelpunkt im Landkreis sein. Die Augen sind auf Sie gerichtet. Seit Jahren bereiten Sie sich auf dieses Großereignis vor und fiebern sicherlich dem Höhepunkt entgegen.

An diesem Highlight für Dettingen sind aber nicht nur die Mitglieder des Musikvereins beteiligt. Es ist ein Fest von allen, denn ohne alle würde diese Herkulesaufgabe gar nicht machbar sein. Die gesamte Gemeinde Dettingen mit ihren Vereinen, mit den Kirchen und der Feuerwehr ist in irgendeiner Weise in das Fest eingespannt und an diesen vier Tagen auf den Beinen. Als Landrat bin ich froh, dass der Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger zum Wohl aller gerade in unseren Städten und Gemeinden wie hier in Dettingen noch gegeben ist. Die Gemeinde wird von einem breiten Fundament getragen, die Menschen identifizieren sich mit ihrer Gemeinde und packen an, wenn es notwendig ist. Eine gelebte Partnerschaft zwischen Vereinen, Kirchen, Wirtschaft, Organisationen und der Gemeinde im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Gemeinwesen ist auf diese Partnerschaft angewiesen und wir alle können stolz darauf sein.

Ich freue mich, dass ich diese Partnerschaft beim Kreismusikfest in 14 Tagen spüren und erleben darf. Als Berufsoptimist bin ich mir auch sicher, dass der liebe Herrgott mit Dettingen ein Einsehen hat, dass er von oben sieht, wie sich hier alle engagieren und deshalb auch die Sonne an diesen Tagen über Dettingen scheinen wird.

Zum zweiten feiern wir heute das 100-jährige Jubiläum des Musikvereins Dettingen, zu dem ich ebenfalls von ganzem Herzen gratuliere. Aus 21 Gründungsmitgliedern im Jahr 1909 sind heute 110 aktive Musikantinnen und Musikanten in der Musikkapelle, der Jugendkapelle und im Vororchester geworden. Und seit 1950 ist auch der Männerchor mit derzeit 43 aktiven Sängern unter dem Dach des Musikvereins beheimatet. Allein schon diese Mitgliederzahlen unterstreichen die ungeheuere Anziehungskraft und den großen Stellenwert des Musikvereins hier in der Gemeinde.

Der MV Dettingen feiert dieses Jubiläum unter dem Motto „…weil Musik verbindet“. Und ich glaube dieses Motto hätte trefflicher nicht gewählt werden können.

Denn zunächst verbindet Musik sämtliche Generationen, ist gelebte Gemeinschaft. Jung und weniger jung kommen zusammen, tauschen sich aus, geben gelebtes und erfahrenes weiter. Musik in der Gemeinschaft bringt die Menschen zueinander.

Zudem ist Musik die Verbindung, sozusagen der „Kitt“ dafür, dass Traditionen aufrechterhalten, Feste und Bräuche in einem würdigen Rahmen begangen werden können. Denn das vielfältige kulturelle Leben in unseren Städten und Gemeinden wie beispielsweise hier in Dettingen wird maßgeblich durch die Mitwirkung unserer Musikkapellen bei kirchlichen und weltlichen Anlässen das ganze Jahr über bestimmt.

Unverzichtbar und von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft ist ferner die sehr erfolgreiche Jugendarbeit in unseren 112 Musikvereinen im Landkreis. In deren Rahmen können Kinder und Jugendliche nicht nur ein Instrument, sondern auch viele so genannte „Schlüsselqualifikationen“ erlernen, die auch im sonstigen privaten und beruflichen Leben immer wichtiger werden. Genannt seien nur: Konzentrationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Sozialkompetenz im Umgang mit anderen. Musik schafft daher eine Verbindung zwischen Freizeit, Beruf und Privatleben und gibt positive Impulse für das gesellschaftliche Zusammenleben. Und deshalb ist das Motto „…weil Musik ist verbindet“ passend und trifft den Nagel auf den Kopf.

Die Erkenntnis, dass Musik und insbesondere die Musikvereine einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten, die stammt allerdings nicht nur von mir. Denn bereits vor mehr als 40 Jahren hat der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke eine Auszeichnung für Musikvereinigungen in’s Leben gerufen, die seit 100 oder mehr Jahren bestehen und die – so steht’s im entsprechenden Erlass – „ in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens, und damit um die Förderung des kulturellen Lebens, erworben haben.“

Und unser derzeitiger Bundespräsident Horst Köhler meint, dass diese Voraussetzungen beim MV Dettingen an der Iller erfüllt sind. Ich darf deshalb dem Musikverein ein drittes Mal gratulieren, und zwar zur Auszeichnung mit der Pro Musica-Plakette des Bundespräsidenten, die ich Ihnen, sehr verehrter Herr Steinhauser, jetzt überreichen darf. Bitte kommen Sie zu mir nach vorne.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, zum Schluss möchte ich noch meiner Funktion als Schirmherr, der sehr gerne die Patenschaft für das Kreismusikfest und die heutige Jubiläumsveranstaltung übernommen hat, gerecht werden. Von meinem Patenonkel – ich hab’s letztes Jahr schon in Ingoldingen erwähnt – habe ich bei einem Besuch immer zwei Dinge mit auf den Weg bekommen. Zum einen einen Witz und zum anderen ein Geschenk. So möchte ich es auch heute halten.

Zuerst zum Witz: „Was macht man mit einem Bläser der nicht spielen kann?
Man gibt ihm zwei Stöcke, setzt ihn nach hinten und sagt ihm, er sei ab jetzt Schlagzeuger.
Was macht man, wenn er das auch nicht kann?
Man nimmt ihm einen Stock weg, stellt ihn nach vorne und sagt ihm, er sei ab jetzt Dirigent.“

Zum zweiten darf ich Ihnen, lieber Herr Steinhauser, einen Scheck überreichen. Der Betrag soll Dank und Anerkennung für Ihre Bemühungen, Anstrengungen und Ihr Engagement sein.

Ich wünsche uns allen abschließend noch schöne Stunden heute Abend in Dettingen und wünsche mir, dass ich Sie alle beim Kreismusikfest in 14 Tagen wieder sehe.