Rede des Landrats anlässlich des Festabends des Kreismusikfestes 2010 am 24. April 2010 in Berkheim

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Vorstand Markus Göppel,
lieber Herr Bürgermeister Michael Sailer,
sehr geehrter Herr Kreisverbands-Vorsitzender Walter Reklau,
meine Damen und Herren Abgeordnete, Kreisräte, Bürgermeister und Gemeinderäte,
sehr verehrte Geistlichkeit,
liebe Besucher des heutigen Festabends,

gerne bin ich heute Abend nach Berkheim gekommen, beginnt doch heute für mich ein Highlight im Jahreskalender: das alljährliche Kreismusikfest.

Der Blasmusik-Kreisverband hat Ihnen, den Mitgliedern des Musikvereins Berkheim, ein besonderes Geschenk zum 175-jährigen Jubiläum gemacht, zu dem ich herzlich gratulieren möchte. Sie dürfen in Berkheim bereits zum vierten Mal das Kreismusikfest ausrichten. Mit der Zahl vier können wir die vier Jahreszeiten, die vier Hauptwindrichtungen oder die vier Evangelien verbinden.

Und:
„Musik ist das vierte materielle Begehren unserer Natur: erst Nahrung, dann Kleidung, dann Obdach und dann Musik.“
Diese Worte stammen nicht etwa von mir, sondern vom amerikanischen Schriftsteller Christian Bovée.

Auch der Musikverein Berkheim hat sich für das Kreismusikfest 2010 die besondere Beziehung zwischen Musik und Natur auf die Fahne geschrieben. Das Motto des diesjährigen Kreismusikfestes lautet nämlich „Berkheim bebt“.

Zurzeit bebt es vor allem unter der Erde Islands. Die Auswirkungen mit dem Ausbruch des unaussprechlichen Vulkans in Island haben vor allem die Flugreisenden zu spüren bekommen.  

Und wenn dann vom 7. bis 10. Mai Berkheim bebt, dann möchte ich auch in Mittelbiberach spüren, wie sich diese Wellen vom Osten bis in den Westen des Landkreises ausbreiten. Wenn Sie es schaffen, den heiligen Berg Oberschwabens, also den Bussen, zum Beben zu bringen, dann sage ich Ihnen ein Stoßgebet zu, das Bussenpfarrer Menrad erhören möge.

Nun, meine Damen und Herren,
ganz so schlimm wird es in Berkheim nicht werden und wir müssen den Katastrophenstab in unserem Biberacher Landratsamt wegen dem Kreismusikfest sicherlich nicht einrichten. Hier ist das „Beben“ auch positiv gemeint, denn es wurde in den letzten Monaten ein äußerst abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, das es in sich hat.

Ich darf mich deshalb sehr herzlich bei den Organisatoren in den 22 Festausschüssen bedanken, die fast unglaubliches auf die Beine gestellt haben. Allen voran natürlich bei Ihnen, lieber Herr Göppel.

Neben den Organisatoren gilt mein Dank auch für den fast 1.000 Helferinnen und Helfern, die an den Festtagen im Einsatz sind. Oftmals ist es ja so, dass das ganze Ort und selbst darüber hinaus Vereine und Privatpersonen eingespannt sind. Es soll sogar Mitglieder geben, die Vormittags für den Sportverein, nachmittags für die Feuerwehr und abends für den Musikverein bei einem Fest dieser Größe hinter der Theke stehen. So wird Gemeinschaft im wahrsten Sinne des Wortes gelebt.

Das Unterhaltungsprogramm bietet mit den beiden Partynächten am Freitag und Samstag, dem Stimmungsabend am Sonntag bis hin zum Kreisseniorennachmittag am Montag für jeden etwas.

Hinzu kommen natürlich das ganze Wochenende über die Wertungsspiele sowie als Höhepunkt ein Festumzug mit fast 100 Kapellen, über 30 Festwagen und weiteren Fußgruppen. Dabei könnte durchaus die Gefahr entstehen, dass bei 5.000 Musikerinnen und Musikern und noch mal so vielen Zuschauer an den Straßenrändern die Erde doch leicht beben wird, wenn diese Menschenmassen durch Berkheim ziehen.

Natürlich wollen diese Leute auch entsprechend versorgt werden. Als kürzlich in der Zeitung zu lesen war, dass für das Festwochenende rund eine Tonne Pommes beschafft werden, meinten meine Kinder am Frühstückstisch: „Papa, da müssen wir hin“. Somit steht einem Besuch der Familie Schmid am Festumzug also nichts mehr im Weg.

Meine Damen und Herren,
der Musikverein Berkheim ist, wie bereits erwähnt, heuer zum vierten Mal Ausrichter des Kreismusikfestes. Dies zeigt die Wertschätzung von Seiten des Blasmusikverbandes, aber auch der darin zusammengeschlossenen Vereine.

Dieser Vertrauensbeweis verdeutlicht die hier vorherrschende Tradition, genau so wie Qualität. Beides kann der Musikverein Berkheim voller Stolz von sich behaupten.

Berkheim ist ein Vorzeigeverein innerhalb des Blasmusik-Kreisverbandes – und das will bei 113 Musikvereinen im Landkreis etwas heißen. Schließlich sind wir der Blasmusik-Landkreis schlechthin. Rund 9.500 Musikerinnen und Musiker sind an ihren Instrumenten Woche für Woche aktiv und erfüllen unsere 45 Städte und Gemeinden erst so richtig mit Leben.

Sie alle kennen die Redewendung „Klasse statt Masse“. Für den Blasmusik-Kreisverband muss dieses jedoch umgeschrieben werden in „Klasse und Masse“.

Meine Damen und Herren,
Musik verbindet und muss als Botschaft weiter getragen werden in die nächste Generation. Genau dies wird in unserem Landkreis seit Jahren praktiziert und ist der Garant für den Erfolg unserer Blasmusik.

Mein Appell daher an alle Musikvereine: Machen Sie weiter so, großen Respekt und Lob für Ihren unermüdlichen Einsatz. So habe ich in diesem Jahr gerne wieder die Schirmherrschaft für das Kreismusikfest übernommen.

Lieber Herr Göppel,
als Beitrag des Landkreises für das Kreismusikfest 2010 und für den Musikverein Berkheim habe ich heute Abend einen Scheck dabei, den ich Ihnen gleich überreichen möchte.

Er soll ein Dankeschön und eine kleine Entschädigung sein für den Aufwand, den Sie und Ihre Mitglieder bislang hatten.

Ich wünsche dem Kreismusikfest einen bebenden Verlauf und freue mich auf das vielseitige Programm, insbesondere auf den Massenchor am Sonntag. Meine weißen Dirigenten-Handschuhe liegen bereits parat.

Ich hoffe, dass es mir und dem Massenchor dabei nicht so ergeht wie dem alten Dirigenten, der bei einem Konzert vor seinem Orchester steht. Die Musik klingt immer jämmerlicher und die Musiker kommen vollkommen aus dem Takt. Hilfe suchend schauen sie zu ihm, doch der flüstert aufgelöst: "Nicht auf mich schauen! Ich bin auch raus!"

Liebe Musikanten,
ich bin mir sicher, wir werden die Musikstücke gemeinsam meistern, schließlich kann man sich auf die Musikerinnen und Musiker in unserem Landkreis verlassen. Gleich dürfen wir ja noch eine Generalprobe machen.

Apropos „verlassen“. Ich bin heute eigentlich aufgrund anderer Termine nicht im Lande, habe es mir jedoch nicht entgehen lassen, heute Abend bei Ihnen zu sein. Bitte sehen Sie es mir jedoch nach, dass ich den Festabend in der Pause bereits wieder verlassen muss, da ich zurück zu meinem Termin muss.

Ihnen allen noch einen schönen Abend – und lassen Sie die Turn- und Festhalle heute schon ein wenig beben.