Grußwort des Landrats anlässlich des Oberschwabentages am 23. Juli 2011 im Regionalzentrum EnBW Oberschwaben in Biberach

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Dr. Kuhn,
sehr geehrter Herr Fettback,
sehr geehrter Herr Reck,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

als Landrat des Landkreises Biberach und Mitglied des Verwaltungsrates der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke darf auch ich Sie herzlich willkommen heißen. Wo könnte ein Oberschwabentag auch passender stattfinden als in unserem Landkreis, der sich ja rühmt, „im Herzen Oberschwabens“ zu liegen.

Versteht man unter Oberschwaben, ganz im Sinne der Gesellschaft Oberschwaben, das Gebiet zwischen Donau und Bodensee, Schwäbischer Alb und Lech, mag das vielleicht geographisch nicht ganz korrekt sein. Gefühlt ist dies aber sicherlich der Fall: Wir haben Oberschwaben im Herzen.

Der letzte Oberschwabentag im Landkreis Bi-berach fand 2007 in Ochsenhausen statt. Aus Neugierde habe ich nochmals das Programm von damals angeschaut – welch ein Unterschied im Vergleich zu heute! In Ochsenhau-sen stand seinerzeit der oberschwäbische Barock im Mittelpunkt: Wir trafen uns im Bibliothekssaal der ehemaligen Reichsabtei, am Ende stand ein barockes Orgelkonzert; die Vorträge kreisten um die hiesige Frömmigkeitskultur und beleuchteten den oberschwäbischen Barock in internationaler Perspektive.

Um ein Thema mit internationaler Bedeutung geht es auch diesmal, doch bewegen wir uns in der Gegenwart: Mit Vorträgen und Führungen wird die Bedeutung Biberachs als Wirtschaftsstandort gewürdigt. Die Stadt selbst steht dabei exemplarisch für die Entwicklung, die die gesamte Region in den letzten 50, 60 Jahren genommen hat: ein stürmischer ökonomischer Aufschwung, der sich in einer Vielzahl prosperierender mittelständischer und einigen großen Unternehmen ausdrückt – und das in denkbar unterschiedlichen Branchen.

Wie sehr auch die Menschen an dieser Entwicklung teilhaben, zeigen ja nicht zuletzt die sensationell niedrigen Arbeitslosenzahlen mit 2,3 Prozent.

Barock trifft Hightech – meine Damen und Herren: nimmt man die Inhalte beider Oberschwabentage in Ochsenhausen und Biberach in den Blick, so zeigt sich bereits, was unsere Heimat heute so attraktiv macht:

Wir besitzen ein kulturhistorisch reiches Erbe, wie etwa die unlängst als UNESCO-Weltkulturerbe geadelten Pfahlbauten zeigen. Und doch ist Oberschwaben kein vergangen-heitsfixierter Landstrich, im Gegenteil: wirtschaftlich und kulturell ist unser Zukunftspotenzial enorm. Das Zusammenspiel von so genannten „harten“ und „weichen“ Faktoren macht Oberschwaben zu einer Region, die man als Einheimischer als Heimat lieben muss – und deren Charme sich auch der Zugezogene, wie ich glaube, eigentlich nicht entziehen kann.

Wie selbstverständlich bei uns Ökonomie und Kultur zusammengehören, zeigt dabei nicht zu-letzt dieser Ort hier – es ist ja kein Zufall, dass wir uns heute in den Räumlichkeiten der EnBW versammeln: Die EnBW und die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke, kurz OEW, spielen, wie Sie sicherlich wissen, eine herausragende Rolle als Förderer von oberschwäbischer Ge-schichte und Kultur. Daher war es für die von den Landkreisen getragene OEW selbstverständlich, die Gesellschaft Oberschwaben seit ihrer Gründung jedes Jahr mit namhaften Beträgen zu unterstützen. Dies gilt auch und gerade für den Oberschwabentag, der aus unserem Kulturleben nicht mehr wegzudenken ist.

Ich kann Ihnen versichern, dass die oberschwäbischen Landkreise und die OEW auch weiterhin die Gesellschaft Oberschwaben unterstützen werden. Darin drückt sich auch die große Dankbarkeit aus, die man der Gesellschaft Oberschwaben – und damit: Ihnen allen – für ihr großes Engagement in Geschichte und Kultur entgegenbringen muss.

Denn aus der Kombination „Barock trifft Hightech“ ist die Pflege unseres kulturellen Erbes nicht wegzudenken; sonst wird dieser kulturelle Kontext irgendwann nicht mehr verstanden, sonst droht der barocke Glanz zur bloßen Fassade zu verkommen. Daher freut es mich auch ganz besonders, dass heute Nachmittag mit Winfried Aßfalg ein Heimatforscher aus dem Landkreis Biberach mit dem Paul-Beck-Preis gewürdigt wird.

Zum Ende bleibt mir zweierlei: Zum einen wünsche ich Ihnen ebenso interessante wie lehrreiche und unterhaltsame Stunden hier in Biberach. Zum anderen danke ich der Gesellschaft Oberschwaben für die wundervolle Institution des Oberschwabentags.