Rede des Landrats anlässlich der Eröffnungsveranstaltung zur Inbetriebnahme der Südkurve am 11. Juni 2011 beim Stadtbahnhof Laupheim

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Fricke,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Kapellen,
sehr geehrter Herr Pfarrer Hermann,
sehr geehrte Frau Pfarrerin Servatius-Koch,
liebe Mitglieder des Kreistags, Bürgermeister aus dem Kreis,
meine sehr geehrte Damen und Herren,

Sie kennen alle das schwäbische Volkslied „Auf der Schwäbschen Eisabahna“. Als wichtigste Haltepunkte werden Stuttgart, Ulm und Biberach genannt. Würde man das Lied heute schreiben, so müsste es neu getextet werden. Ab heute nun, muss auf jeden Fall Laupheim erwähnt werden. Dies führt dann zu folgendem Text: „Auf der schwäbschen Eisabahnen gibt’s gar viele Haltstationen. Stuttgart, Laupheim, Biberach, Meckenbeuren, Durlesbach.“ Über diese Formulierung freut sich wahrscheinlich Ulms Bürgermeister Gönner nicht, aber als gebürtiger Laupheimer kann er dies sicherlich verschmerzen.

Eines ist aber mit der neuen Südkurve sicher: Biberach, Laupheim und Ulm rücken näher zusammen und bilden einen wichtigen Kristallisationspunkt, ein wirtschaftliches Zentrum im nördlichen Oberschwaben. Und im Kern dieses Zentrums, meine sehr geehrten Damen und Herren, hier in Laupheim, darf ich Sie heute ganz herzlich willkommen heißen.

Auf den Werdegang und auf die Historie dieser Südkurve ist Herr Fricke in seinen Ausführungen hinreichend eingegangen. Ich möchte deshalb den heutigen Festakt dazu nutzen, um meinen Dank auszusprechen.

Mein besonderer Dank gilt an erster Stelle der Deutschen Bahn als Bauherrin und Betreiberin der Strecke. Sie, die Vertreter der Deutschen Bahn AG, haben neben den Planungs- und Ausführungsarbeiten zum Bau der Südkurve auch die Finanzierungsverhandlungen mit dem Bund und mit dem Land Baden-Württemberg geführt. Immerhin war bei dem Bauwerk Südkurve Laupheim ein Finanzierungsbedarf von über 10 Millionen Euro notwendig.

Mein zweiter Dank gilt dem Land Baden-Württemberg. In seiner Eigenschaft als Träger des Schienenpersonennahverkehrs hat das Land das Fahrplanangebot bestellt. Und wie es sich gehört, zahlt derjenige, der auch bestellt. Insofern bin ich dem Land dankbar, dass es jetzt die Finanzierung des Fahrplansangebots auch übernimmt und das so genannte Konnexitätsprinzip einhält.

Zum dritten danke ich der Regionalverkehr Alb-Bodensee-GmbH mit Sitz in Ulm. Sie organisiert den täglichen Zugbetrieb. Wir gehen davon aus, dass dies auch in Zukunft zur Zufriedenheit aller Bahnkunden geschieht.

Viertens gilt mein Dank dem Kreistag sowie allen Gemeinden entlang der Regionalbahnstrecke Biberach, Warthausen, Schemmerhofen und Laupheim. Sie haben sich mit dem Bau, dem Umbau oder der Reaktivierung von Haltepunkten finanziell an dieser Strecke engagiert.

Die Gesamtbaumaßnahme Südkurve Laupheim beinhaltet auch den Neubau der Bahnsteiganlage am Bahnhof Laupheim West. Beide Teile der Maßnahme sind wichtige Bausteine, welche die Attraktivität der Südbahn insgesamt steigern. Sie sind auch Ausdruck dafür, wie wichtig wir im Kreis Biberach die Verbesserung des Schienenverkehrs sehen. Der Schienenverkehr gilt als Rückrad des ÖPNV in unserem Landkreis.

Wir wollen aber den Schienenverkehr weiter verbessern und in unseren Aktivitäten nicht nachlassen.

Wichtige Projekte für die Zukunft stehen an. An erster Stelle ist hier die Elektrifizierung der Südbahn anzuführen. Ganz aktuell darf ich Ihnen von einem Gespräch mit dem Leiter für Wirtschaft, Politik und Regulierung und dem Sonderbeauftragten für Politik des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Georg Brunnhuber, berichten. Er hat in einem Gespräch am gestrigen Freitag nochmals versichert, dass die Bauarbeiten zur Elektrifizierung der Südbahn spätestens im Jahr 2013 beginnen sollen. Auch bei diesen Aktivitäten stehen wir im engen Schulterschluss mit dem Land Baden-Württemberg und ich darf an dieser Stelle um die weitere Unterstützung im Fortgang des Projektes sehr herzlich bitten. Im Interesse der Wirtschaft und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zwischen Ulm und dem Bodensee sind wir auf die Elektrifizierung der Südbahn dringend angewiesen.

Ein weiterer Baustein zur nachhaltigen Verbesserung des regionalen Schienenpersonennahverkehrs ist die Realisierung des als Regio-S-Bahn bezeichneten Projektes. Wir wollen zusammen mit dem Regionalverband Donau-Iller, den projektbeteiligten Landkreisen und Kommunen ein neues, S-bahnähnliches Verkehrssystem entwickeln. Die Gespräche dafür laufen. Wir, d. h. der Regionalverband, die Landkreise und die beteiligten Kommunen können dieses Projekt alleine finanziell nicht stemmen und sind auf die Unterstützung des Landes Baden-Württemberg als auch des Freistaates Bayern als Aufgabenträger des Schienenverkehrs angewiesen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
heute ist ein guter Tag für das Land, für den Landkreis und die Stadt Laupheim. Wir rücken durch die Südkurve enger zusammen. Dieser Zusammenhalt ist auch notwendig, um die anstehenden und beschriebenen Aufgaben meistern zu können.

In diesem Sinne wünsche ich allen Kunden der Bahn auf der neuen Fahrt allseits eine gute Reise und eine gute und vor allem unfallfreie Fahrt. Und sollte es einmal zu einer Verspätung kommen, dann erinnern Sie sich vielleicht an die Geschichte mit dem Lokführer Heinz, der schon seit zehn Jahren verheiratet ist und bei dem es mit den Kindern nicht so richtig klappen will. Doch dann bekommt seine Frau Vierlinge. Daraufhin strahlt Lokführer Heinz und sagt: „Ein Lokführer holt jede Verspätung auf.“