Rede des Landrats anlässlich des 90. Jubiläums der Landwirtschaftsschule und landwirtschaftlicher Verein am 2. April 2011

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Ströbele, lieber Alfons,
Abgeordnete, Ehrengäste,
Herr Basler, Vereinsmitglieder und Fachschüler,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

zunächst möchte ich Ihnen im Namen des Landkreises, des Kreistages und persönlich sehr herzlich zum 90-jährigen Jubiläum der Landwirtschaftsschule und des Vereins gratulieren.

Die Landwirtschaft erlebt derzeit aufregende Zeiten. Nach dem Wahlergebnis am vergangenen Sonntag herrscht auch in der Landwirtschaft Unsicherheit. Man kann noch nicht so recht erkennen, wo die neue Regierung in der Landwirtschaft hin will, wo sie ihre Prioritäten setzt. Die Koalitionsverhandlungen bringen hoffentlich Licht in dieses Dunkel. Es sind für uns alle spannende Zeiten.

Diese spannenden Zeiten haben die Landwirtschaftsschule und der Verein der Ehemaligen in den vergangenen Jahrzehnten erlebt.

Es begann in der Weimarer Zeit, es folgte das Naziregime. Nach dem Krieg Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Europäische Gemeinschaft, Europäische Union, veränderte Produktionsprozesse in der landwirtschaftlichen Erzeugung; es kamen immer mehr Maschinen zum Einsatz. Der Wohlstand in unserer Gesellschaft verlangte immer noch mehr Fleisch und andere landwirtschaftliche Produkte. Ende der 70er Jahre / Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts dann die Ökobewegung. Dramatische Einschnitte erlebte die Landwirtschaft 1986 mit dem Unglück von Tschernobyl und der BSE-Krise Anfang des neuen Jahrhunderts. Unzählige Agrarreformen haben Sie, die Landwirte, in den vergangenen Jahrzehnten erlebt, durchlebt und auch überlebt. Also, spannende Zeiten.

Wenn man sich dies alles vergegenwärtigt, dann kann ich zwar die derzeitige Verunsicherung in der Landwirtschaft verstehen. Mir ist aber nicht Bange, denn: Die Landwirtschaft war immer ein Fels in der Brandung. Unsere Landwirtschaft, gerade in Oberschwaben, steht für Nachhaltigkeit, saubere Produkte und tiergerechte Haltung.
Ihnen braucht es auch deshalb nicht Bange sein, weil wir als Landkreis mit dem Landwirtschaftsamt nach wie vor zu Ihnen stehen. Wir waren und bleiben für Sie ein verlässlicher Partner, egal wer auf Landesebene regiert. Sichtbares Zeichen für diese verlässliche Partnerschaft in der jüngsten Vergangenheit war die Baumaßnahme am Landwirtschaftsamt mit rund einer Millionen Euro. Und wenn Sie die Schülerkapelle mit ihren neuen Uniformen sehen, die überwiegend der Kreis finanzierte, so spricht dies auch für sich.

Ein weiterer Baustein dieser Verlässlichkeit, dieser Partnerschaft ist die Landwirtschaftsschule, früher als Winterschule bezeichnet, deren 90-jähriges Jubiläum wir heute feiern dürfen.

Sie wird unterstützt vom Verein der Ehemaligen, der darüber hinaus Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen anbietet. Hauptamtliches und ehrenamtliches Engagement verbinden sich dabei in hervorragender Weise. Darauf können Sie und wir mit Stolz zurückblicken.

All denjenigen, die in den vergangenen 90 Jahren Verantwortung in der Landwirtschaftsschule und dem Verein getragen haben, möchte ich sehr herzlich meinen Dank aussprechen. Vergelt´s Gott.

Vom Vergelts Gott werden die Verantwortlichen, gerade die Ehrenamtlichen im Verein, aber nicht satt. Ich habe Ihnen deshalb ein ganz besonderes Geschenk dabei. Es ist ein kleines Ferkel. Es ist das derzeit bekannteste Ferkelchen in Deutschland. Als der ARD Brennpunkt am vergangenen Montag über die Wahl in Baden-Württemberg berichtete, war auch Alleshausen mit Heinz Scheffold und gerade diesem Ferkel zu sehen. Ich darf Ihnen nachher, Herr Ströbele, dieses Ferkel übergeben und dazu einen Scheck über 250 Euro. Dieses Geld soll als Futtergeld dienen. Denn auch das bekannteste Ferkel Deutschland teilt das Schicksal einer jeden Sau. Irgendwann landet es beim Metzger (zum Schlachter kann man es jetzt nicht mehr bringen, denn der sitzt nicht mehr im Landtag). Und wenn dann Kesselfleisch und Schlachtplatte fertig sind, freue ich mich auf Ihre Einladung. Und wenn Sie nicht nur mich, sondern weitere knapp 30 Personen glücklich machen wollen, dann laden Sie zu dieser Schlachtplatte meine Dezernenten und Amtsleiter ein, ganz im Sinne von: Landwirtschaft und Landratsamt,
Hand in Hand am Plattenrand.