Danziger Kantapfel

SortennameDanziger Kantapfel
Synonyme"Roode Kant", "Schwäbischer Rosenapfel", "Roter Liebesapfel", "Himbeerapfel", "Erdbeerapfel"
HerkunftUngewiss, jedenfalls eine sehr alte Sorte, sowohl in der alten deutschen, als auch in der holländischen Literatur erwähnt. Wurde bereits 1703 als "Rosenhäger" auf Rügen bekannt und 1863 vom Deutschen Pomologenverein zum Anbau empfohlen.
Allg. Beurteilung

 Frosthärte, kräftiger, gesunder Wuchs und gute Erträge in rauen Lagen.

VerwendungGleichermaßen für Frischverzehr und Verwertung als Koch- und Backobst, auch Mostapfel. Schnittflächen bräunen schnell.
FruchtReife: Je nach Lage ab Anfang September, wind- und sturmfest. Vom Baum essbar. Er ist vorsichtig und druckfrei zu ernten. Bei schattiger Lagerung im Freien bis Januar haltbar, dann Aromaverlust. Nicht für das Kühllager geeignet. Form: ungleichmäßige Größe, meist mittelgroß, um 150 g schwer. Früchte von älteren Bäumen bleiben kleiner und haben weniger Geschmack. Oberfläche: uneben, mit breiten Kanten und teilweisestarken Rippen, wovon häufig eine nahtförmig stärker hervortritt.  Kelcheinsenkung: flach, scharfe Kante, kalvillartigen Rippen. Stiel: kurz, dünn. Stielgrube: tief, strahlig berostet. Farbe: bei der Reife grünlichgelb. In  feuchten Jahren flächig rot und bräunlich getönt. Druckempfindlich, ausgeprägter Geruch. Fruchtfleisch: mittelfest, gelblichweiß mit grünlichen Adern, unter der Schale bisweilen leicht gerötet, etwas mürbe, mäßig saftig, angenehm gewürzt. In sonnenarmen Jahren mehr säuerlich.
BaumMächtige, breit ausladende, sparrige Krone mit steilen Leitästen und vielen dünnen, stark verzweigten Trieben, im unteren Kronenbereich waagerecht. Große aufgehellte Blätter. Regelmäßiger Auslichtungsschnitt ist erforderlich. Zögernde Jugendentwicklung, dann mittelstark wachsend. Kann sehr alt werden. Im Holz vollkommen frostfest. Blüte: spät, groß, sehr zierend, lange anhaltend, nicht witterungsempfindlich. Guter Pollenspender. Ausdünnen bei starkem Fruchtansatz vermeidet die kleinen, minderwertigen Früchte. Ertrag: spät einsetzend, mittelhoch, regelmäßig. Krankheiten: anfällig für Schorf und Mehltau, weniger in Höhenlagen. Auf schweren und nassen Böden Krebs anfällig. Empfindlich für Kupfer- und Schwefelmittel.
Besondere MerkmaleAuffallend sind die großen, aufgehellten Blätter. Markante Färbung. Fettige Schale. Druckempfindlich. Meist strake Rippen, vor allem auf der Kelchseite. Oft tritt eine Rippe einseitig scharf hervor.
Verwechslersorten"Berner Rosenapfel", Rosenapfel von Schönbuch"

Deans Küchenapfel

SortennameDeans Küchenapfel
Synonyme"Deans Codlin", "Codlin" bezeichnet Küchenäpfel hoher Qualität.
HerkunftFindling um 1870 in England, 1884 erstmals beschrieben.
Allg. Beurteilung

Gehört zum Kreis der im 19. Jahrhundert eingeführten englischen Küchenäpfel und verdient als Koch- und Backapfel auch heute noch Beachtung. Für den Hausgarten eignet er sich aufgrund seines schwächeren Wuchses und seiner mäßigen Standortansprüche gut.

VerwendungTafel- und Wirtschaftsapfel
FruchtPflückreife: Mitte September. Genussreife: Oktober bis Dezember. Form: mittelgroß bis groß, insgesamt etwas unregelmäßig, manchmal ungleichhälftig, teils kugelförmig abgeflacht (auch hochgebaut), teils kegelförmig abgestumpft (langsam abnehmend), selten auch fassförmig. Oberfläche: etwas uneben, schwache breite Kanten. Grundfarbe: grünlich gelb, Vollreife sattgelb, sonnenseits leicht orange angehaucht, vereinzelt hellgrüne Flecken. Schale: glatt, geschmeidig. Stielgrube: mitteltief, mittelweit, breite Kanten, teil berostet. Stiel: mittellang, dick, holzig. Kelchgrube: mitteltief bis tief, mittelweit, feine Falten, schwache Rippen. Kelch: mittelgroß, geschlossen bis halb geöffnet. Blätter: mittellang, mittelbreit, intensiv grün gefärbt. Kernhaus: groß, mittig, Achse spaltartig geöffnet, Wände bogenförmig, ausgeblühten Rissen, Kerne: mittelgroß, kurz zugespitzt, kastanienbraun. Fruchtfleisch: saftig, weich, ohne ausgeprägtes Aroma, süß-säuerlich.
BaumWächst mittelstark, später schwach. Bildet hochpyramidale Krone. Blüte : mittelfrüh. Ertrag: früh einsetzend, mäßig hoch, regelmäßig. Ausreichend frosthart in Holz und Blüte. Anfällig für Fruchtfäule und Spitzendürre.
Besondere MerkmaleVorwiegend große Frucht, ohne Deckfarbe. Kelchblätter bleiben typisch grün. Tiefe, breite Kelchhöhle. Im vergleich mit dem "Gelben Edelapfel" ist er unregelmäßiger, auch öfter hochgebaut und die Stielgrube ist nicht so typisch berostet.
Verwechslersorten"Gelber Edelapfel", "Grahams Jubiläumsapfel"

Delbarestivale

SortennameDelbarestivale
Synonyme"Delcorf"
Herkunft"Stark Jongrimes" x "Golden Delicious". Züchter Baumschule Delbard in Malicore (Frankreich). 1976 zugelassen unter Sortenschutz, der ausgelaufen ist.
Allg. Beurteilung

Innere und äußere Fruchteigenschaften machen die Sorte für den Garten- und Erwerbsanbau empfehlenswert.

VerwendungÜberwiegend für den Frischverzehr, aber auch als Wirtschaftsapfel brauchbar.
FruchtReife: Ja nach Lage Mitte bis Ende August, mitunter auch noch September. Windfest bis zur Baumreife. Mehrfaches Durchpflücken ist erforderlich. Vorzeitiger Fruchtfall bei Trockenheit. Im kühlen Naturlager vier Wochen Lagerzeit, im Kühllager sechs. Wird danach sehr schnell mürbe. Form: groß, oft walzenartig, regelmäßig. Kelcheinsenkung: schüsselförmig, leicht gerippt. Stielgrube: tief, kaum berostet. Schale: glatt. Farbe: hellgelb, je nach Jahreswitterung sonnenseits mehr oder weniger stark rot gestreift. Fruchtfleisch: fast weiß, sehr saftig, angenehmer Geschmack, geringer Säureanteil.
BaumMittelgroßes, gut verzweigtes Wuchsbild mit schräg aufrechten Leitästen und hängendem Fruchtholz. Dunkelgrünes, derbes Laub. Starker Wuchs, mit Beginn des Vollertrages deutlich schwächer. Regelmäßiger Schnitt zur Erhaltung des Triebwachstums ist dann notwendig. Blüte: mittelfrüh, witterungsempfindlich. Guter Pollenspender, Energische Fruchtausdünnung bald nach der Blüte kann die Alternanz etwas mindern und beugt der Erschöpfung des Baumes vor. Ertrag: jährlich wechselnd zwischen sehr hohen und geringen Ernten, insgesamt aber hoch.
Besondere Merkmale
Verwechslersorten

Der Leckerbissen

SortennameDer Leckerbissen
Synonyme"Lekkerbeetje", "Friandise"
HerkunftUnbekannt, soll in Holland als Sämling entstanden sein.
Allg. Beurteilung

Wegen ihrer geringen Fruchtgröße und der straken Berostung wird die Sorte (zu Unrecht) als nicht mehr attraktiv genug für den Anbau erachtet.

VerwendungWeniger Tafelapfel, eher Wirtschafts- und Mostsorte.
FruchtReife: Ab Mitte Oktober, wind- und sturmfest. Im kühlen Naturlager bis zu 7 Monaten haltbar ohne Welke. Form: klein, höchstens mittelgroß. Unterschiedliche Form, häufig lang-eiförmig mit gleichen Hälften. Kelcheinsenkung: mitteltief, eng. Kelch: geschlossen. Stiel: lang, dünn. Stielgrube: tief, kaum berostet. Schale: unterschiedlich glatt oder rau, fast immer mit typisch zimtfarbigen Rostflächen. Sonnenseits dunkel gerötet mit wenig feinen Schalenpunkten. Fruchtfleisch: feinzellig, fest, saftig, mit zimtartiger Würze, vorherrschend kräftige Säure, hoher Zuckergehalt.
BaumHohe und schmale Krone mit steilen aufstrebenden Leitästen. Derbes Blattwerk. Von Jugend an mittelstarkes Wachstum, im Vollertragsalter schwächer. Wachstums- und Fruchtregulierung sind notwendig, um eine frühzeitige Vergreisung zu vermeiden. Im Holz frosthart. Ertrag: früh einsetzend, dann hoch bis sehr hoch, regelmäßig.
Besondere MerkmaleBerostung
Verwechslersorten

Deutsche Goldrenette

SortennameDeutsche Goldrenette
Synonyme"Christs Deutsche Goldrenette", "Christs Goldrenette", "Kasseler Renette", "Große Kasseler Renette"
HerkunftUnsicher, wahrscheinlich aus Holland. Von Sickler 1797 beschrieben und abgebildet, von Diel 1801 beschrieben.
Allg. Beurteilung

früh einsetzend, reich tragend, für den Streuobstanbau geeignet, nur noch selten anzutreffen, Früchte haben gute Tafelqualität und lange Haltbarkeit, für sehr feuchte Standorte zu empfehlen.

VerwendungTafel- und Wirtschaftsapfel
FruchtPflückreife: Mitte Oktober. Genussreife: Januar bis April. Form: mittelgroß, regelmäßig, manchmal ungleichhälftig, kugelförmig, teils wenig teils stärker abgeflacht, selten etwas breitgedrückt. Grundfarbe: gelblich grün. Deckfarbe: bräunlich rot, gestreift und marmoriert. Schale: glatt, teils flächig berostet, teils nur mit Rostfiguren, weißliche und meist nur durchscheinende Lentizellen. Stielgrube: tief, mittelweit, manchmal mit breiten Kanten. Stiel: mittellang. Kelchgrube: flach, weit, flächiger und auch rissiger Berostung. Kelch: groß, halb bis ganz geöffnet. Blätter: breit, zugespitzt, flach nach innen gerichtet. Kernhaus: klein, Achse meist geschlossen, Kerne: viele, groß, lang, oft einseitig flach. Fruchtfleisch: grünlich, weiß, fest, saftig, süßsäuerlich, schwaches Aroma.
BaumWächst mittelstark. Bildet hochovale, im späteren Alter breitovale Kronen. Blüte: mittelspät. Guter Pollenspender. Anfälligkeit: Mittel für Schorf und Krebs. Gedeiht auf jedem Boden.
Besondere Merkmaleflache Kelchgrube, großer und meist geöffneter Kelch, viele weiße oft durchscheinende Lentizellen, breite und tiefe bis sehr tiefe Kelchhöhle, große, breite, einseitig abgeflachte Kerne.
Verwechslersorten

Dithmarscher Paradiesapfel

SortennameDithmarscher Paradiesapfel
Synonyme
HerkunftEine alte Sorte. Stammt wahrscheinlich vom "Prinzenapfel" ab.
Allg. Beurteilung

 

VerwendungTafel- und Wirtschaftsapfel
FruchtGenussreife: ab Ende September. Haltbarkeit: bis Dezember. Form: mittelgroß, bis groß, abgestumpft rund. Farbe: grünlichweiß, sonnenseits kräftig, auf der Schattenseite weniger ausgeprägt rot gestreift. Fruchtfleisch: weiß, sehr saftig, mäßig süß, angenehm würziger Geschmack.
BaumKräftiger Wuchs. Bildet eine schöne und breite Krone. Widerstandsfähig gegen raues Klima. Ertrag: sehr früh, hoch, regelmäßig.
Besondere Merkmale
Verwechslersorten

Doppelter Roter Bellefleur

SortennameDoppelter Roter Bellefleur
SynonymeXXX
HerkunftXXX
Allg. Beurteilung

XXX

VerwendungXXX
FruchtXXX
BaumXXX
Besondere MerkmaleXXX
VerwechslersortenXXX

Dülmener Herbstrosenapfel

SortennameDülmener Herbstrosenapfel
Synonyme"Dülmener Rosenapfel"
HerkunftUm 1870 von Lehrer Jäger in Dülmen (Westfalen) gefunden. Vermutlich Sämling von "Gravensteiner".
Allg. Beurteilung

Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit in schorf- und frostgefährdeten Langen anbauwürdige Herbstsorte, gut geeignet auch für ungünstige Standorte. Allerdings benötigt sie hierfür gut versorgte Böden mit regelmäßiger Wasserführung. Nachteilig ist die Windanfälligkeit und Druckempfindlichkeit der Früchte.

VerwendungTafel- und Wirtschaftsapfel
FruchtPflückreife: Mitte September. Genussreife: bis September. Form: mittelgroß bis groß, insgesamt unregelmäßig, oft ungleichhälftig, kugelförmig abgeflacht, teils etwas hochgebaut, teils auch etwas breitgedrückt. Oberfläche: uneben, breite Kanten. Grundfarbe: bei Vollreife orangegelb. Deckfarbe: rot gestreift und geflammt. Schale: glatt, fettig. Stielgrube: mitteltief, mittelweit, etwas unregelmäßig, oft graubraun berostet. Stiel: kurz. Kelchgrube: flach bis mitteltief, mittelweit, manchmal mit schwachen Rippen. Kelch: klein bis mittelgroß, geschlossen bis halb geöffnet. Blätter: mittellang, mittelbreit, uneinheitlich ausgerichtet. Kelchhöhle ist als solche nicht erkennbar, sondern geht übergangslos in eine breite, becherförmige, meist bis zum Kernhaus  reichende Kelchröhre über. Kernhaus: groß, Achse weit geöffnet, Wände halbmondförmig, Kerne: viele, länglich zugespitzt. Fruchtfleisch: zart, weißgelblich, saftig, aromatisch milder Säure.
BaumWächst mittelstark. Bildet ausladende Krone mit reichlich Fruchtholz. Unempfindlich in der Blüte, guter Pollenspender. Erträge setzten mittelfrüh ein, alterniert mäßig. Anbau auch in höheren, aber windgeschützten Lagen möglich.
Besondere MerkmaleBreite, oft bis zum Kernhaus reichende Kelchröhre.
Verwechslersorten"Geflammter Kardinal", "Gravensteiner", "James Grieve"