Grünlandwirtschaft und Futterbau

Abbildung 1: Wichtige Grasarten im Wirtschaftsgrünland sowie die jeweils empfohlenen Nutzugen

Dauergrünland

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung als Futter- und Biomasselieferant erfüllt Dauergrünland eine Reihe wichtiger ökologischer Funktionen:

  • Wasserschutz: die Nitratauswaschung unter Grünland liegt im Allgemeinen deutlich unter derer sämtlicher Ackerbaukulturen
  • Bodenschutz: Schutz vor Bodenerosion und Mineralisation von Nährstoffen
  • Biodiversität: trotz der weit verbreiteten Intensivierung unserer Grünlandbestände finden sich auf Grünland deutlich mehr Pflanzenarten als bei Ackernutzung, auf Extensivwiesen können dies mehrere Dutzend verschiedene Arten sein
  • Arten- und Landschaftsschutz: viele Schutzgebiete und Landschaften werden durch Dauergrünlandbestände geprägt
  • Klimaschutz: durch die fehlende Mineralisierung binden Grünlandböden dauerhaft große Mengen an Kohlenstoff

Diese Funktionen sind der Grund dafür, dass Dauergrünland mittlerweile in Baden-Württemberg gesetzlich geschützt ist und nur unter strengen Voraussetzungen umgenutzt werden darf. Fragen zum Thema Dauergrünlandumwandlung oder Status der Fläche beantworten Ihnen die Kolleginnen und Kollegen des Sachgebiets 6 Verwaltung/Ausgleichsleistungen.

Gräser des Dauergrünlandes

Futterbaulich wertvolle Gräser sorgen mit einem Ertragsanteil von etwa 60 bis 80 Prozent für ertragreiche und hochwertige Aufwüchse. Je nach Nutzungsintensität sowie entsprechend angepasster Düngung herrschen die folgenden Grasarten vor bzw. eignen sich für die Neuanlage und Nachsaaten:

Abbildung 1: Wichtige Grasarten im Wirtschaftsgrünland sowie die jeweils empfohlenen Nutzungen

Jede Grasart hat ihre speziellen Erkennungsmerkmale, Ansprüche und Besonderheiten. Einen Überblick geben die folgenden Steckbriefe:

Es gibt jedoch auch einige unerwünschte Grasarten wie Gemeinde Rispe, Quecke, Wolliges Honiggras, Trespen usw. Auf www.gruenland-online.de finden Sie Empfehlungen, wie diese Arten im Wirtschaftsgrünland reguliert werden können.


Kräuter des Dauergrünlandes

Im Dauergrünland gibt es eine große Zahl an unterschiedlichsten Kräutern, die sich jedoch hinsichtlich Ertrag und Futterwert stark unterscheiden. Während manche Kräuter wie Löwenzahn oder Spitzwegerich durchaus erwünscht sind und eine positive Wirkung auf die Tiergesundheit haben sind weitere Arten wie die Herbstzeitlose oder die Kreuzkräuter sogar noch im konservierten Zustand giftig!

Der Ertragsanteil der wertvollen Kräuter soll insgesamt bei etwa 10 bis 20 Prozent im Ertrag liegen, höhere Anteile sind aufgrund der hohen Bröckelverluste sowie niedrigeren Erträge und Energiegehalte nicht anzustreben. Bei Neuanlage oder Nachsaaten ist die Beimischung von Kräutersamen in aller Regel nicht nötig bzw. nicht sinnvoll.

 Futterwertzahlen und Bekämpfungsschwellen wichtiger Wiesenkräuter

PflanzenartFWZmax. Ertragsanteile (%)max. Pflanzen je m²
Spritzwegerich620
Schafgarbe510-2010
Löwenzahn530 (20*)5 - 15
Bärenklau530 (20*)0,5 - 5
Wiesen-Kerbel430 (20*)0,5 - 5
Kriechender Hahnenfuß25 (15*)5 - 10
Stumpfblättriger Ampfer150,3 - 0,5
Scharfer Hahnenfuß-15 (15*)
Herbstzeitlose-12
Wasser-Kreuzkraut-12

* bei Heunutzung


Sofern alle Möglichkeiten der mechanischen Bekämpfung bzw. Zurückdrängung ausgeschöpft sind können nach Überschreitung der Bekämpfungsschwellen auch Herbizide eingesetzt werden. Einen Überblick dazu bietet der entsprechende Auszug aus der Broschüre „Integrierter Pflanzenschutz 2020“.

Weitere Informationen zu unerwünschten Kräutern im Grünland finden Sie unter www.gruenland-online.de.

Leguminosen des Dauergrünlandes

Während im Extensivgrünland etliche Leguminosen vorkommen können, finden sich in intensiv geführten Beständen oftmals nur Weiß- und Rotklee, je nach Standort auch Luzerne, Esparsette, verschiedene Wicken sowie weitere Kleearten. Die Besonderheit dieser Schmetterlingsblütler ist, dass sie mit bestimmten Bodenbakterien, den Knöllchenbakterien, eine Symbiose eingehen: die Bakterien binden aus der Luft Stickstoff und stellen diesen den Leguminosen zur Verfügung – als Gegenleistung erhalten die Bakterien energiereiche Kohlenhydrate. Aus diesem Grunde sind die Pflanzen von einer Stickstoffdüngung unabhängig und werden durch diese mittelfristig zurückgedrängt. Für die Bewirtschaftungspraxis bedeutet dies ein erhebliches Einsparpotential hinsichtlich der notwendigen Stickstoffdüngung – sowohl ökonomisch als auch ökologisch ein großer Pluspunkt.

Aus futterbaulicher Sicht bieten Leguminosen folgende wichtige Vorteile:

  • hoher Eiweißgehalt 
  • viele Mineralstoffe
  • nutzungselastisch, d.h. langsamere Alterung im Vergleich zu den Gräsern
  • sorgen für Ertragsstabilität.

Der Ertragsanteil von Leguminosen sollte in etwa bei 10 bis 20 Prozent liegen. Werden die Anteile zu hoch, kann dies zu geringe Rohfasergehalte im Futter mit sich bringen, außerdem können die Bröckelverluste v.a. bei der Heubereitung hoch sein und die Silierbarkeit schwierig. Für vier wichtige Leguminosenarten, die im Übrigen auch in An- und Nachsaatmischungen vorkommen, sollen die folgenden Steckbriefe eine Übersicht geben:

 

Grünlandansaat und -Verbesserung

Die aktuellen Empfehlungen des LAZBW Aulendorf für die An- und Nachsaat von Dauergrünland finden Sie hier. Bedenken Sie jedoch: falls Ihr Grünlandbestand nicht den Erwartungen entspricht, sollten Sie unbedingt Ihre Bewirtschaftung überdenken:

  • Sind meine Bestände unter- oder übernutzt?
  • Schäden durch Fahrspuren, Auswinterung, Mäusefraß…?
  • zu hohe N- oder K2O-Gaben?
  • Wie erfolgreich waren meine bisherigen Verbesserungsmaßnahmen? Passte die Mischung / die Witterung / die Bestandespflege?

Ackerfutter

Für die Ansaat und Bewirtschaftung von Ackerfutter finden Sie hier die derzeitigen Empfehlungen des LAZBW Aulendorf.

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zum Thema Dauergrünland finden Sie auf den Seiten des LAZBW Aulendorf sowie auf www.gruenland-online.de.

 

 

Ansprechpartner/in

Norbert Böhringer

Telefon 07351 52-6719
Telefax 07351 525-0579

norbert.boehringer(at)biberach.de

 

Lisa Bertsch

Telefon 07351 52-6714
Telefax 07351 525-0423

lisa.bertsch(at)biberach.de

 

Katharina Eberhardt

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Stefanie Hotz

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Michael Ziesel

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